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Gibt’s das denn, ich hab’s irgendwie mit Wasser die letzten Tage. Eigentlich lief heute alles sehr gut, ich konnte den CEO von Atos Origin interviewen und endlich mal das Olympische Grün erkunden. Dank ausgeliehener Akkreditierung darf ich das auch morgen. Da werde ich dann mal die ganzen Venues unter die Lupe nehmen.

Das lief alles zu gut heute, das hätte mir zu denken geben sollen. Als ich jedenfalls zurück in mein Hotel kam, war ich noch so von der Arbeit berauscht, dass ich nur den Brief auf meinem Tisch sah. Darin stand ich solle doch mal bei der Rezeption anrufen.

Gedankenverloren wanderte mein Blick zur Decke, was die wohl von mir wollen?

Huch! Wo ist die Decke?!

Die war irgendwie nicht da, wo sie sein sollte und mein Teppich war ganz nass. Ich glaub ich hab nen Wasserschaden, soll ja öfter vorkommen in Peking hab ich mir sagen lassen. Jedenfalls war mein Zimmer mit Loch in der Decke und nassen Boden kaum zu gebrauchen. Also zog ich mit Sack und Pack ein paar Zimmer weiter.

Zur “Entschuldigung” bekam ich übrigens einen kleinen lustigen Wecker und – wie passend – einen Regenschirm geschenkt. Blöd, dass ich mir heute Morgen erst einen gekauft hatte, zufällig sogar haargenau denselben.

Ich habe heute in meinem Hotellzimmer exate 14 Minuten das Wasser laufen lassen, bis es warm geworden ist. Da wirken die überall herumliegenden Zettelchen, die mich zum Umweltschutz animieren sollen irgendwie wie blanker Hohn.

Mein Bett wird übrigens immer frisch bezogen, egal ob der Zettel drauf liegt oder nicht. So viel noch mal zum Thema Umweltschutz in China.

Morgen stell ich mich zum Duschen einfach unter die Klimaanlage. Da es hier unglaublich kalt in dem Zimmer ist, habe ich die Klimanalage ausgemacht, seitdem tropft sie vor sich hin. China ist manchmal schon lustig.

Heute war es so weit, ich musste aus meiner Bonzenwohnung ausziehen. Dass der Aus- und Umzug natürlich wieder nicht ganz glatt lief, ist ja selbstverständlich hier in China.

Der Check-out aus meiner Wohnung war für 14 Uhr angesetzt, ich hatte extra nochmal in der Rezeption nachgefragt am Vortag. Um 14 Uhr kam natürlich kein Mensch. Wurde ich bei meinem Einzug noch von fünf Mitarbeitern Empfangen und die Wohnung feierlich übergeben, interessierte den Auszug anscheinend niemand mehr. Das ist eines der großen Probleme bei den Chinesen. Die denken einfach nicht, dass guter Service bis zum Schluss erbracht werden soll, wenn die Gäste wiederkommen sollen.

Also rollerte ich schwer bepackt in die Rezeption und dort standen natürlich wieder nur ahnungslose Angestellte rum. Nach geschlagenen 20 Minuten warten und schimpfen, konnte ich dann endlich meinen Schlüssel und meine Schlüsselkarte abgeben und die Sache war erledigt.

Nach einer entspannten Fahrt zum neuen Domizil gingen die Probleme beim Einchecken im Hotel natürlich weiter. Irgendeine Pappnase hatte zwei Zimmer auf meinen Namen reserviert. Jetzt wurde heiß diskutiert, welches Zimmer ich denn nun bekommen solle. Da von vier Rezeptionschinesen keiner die Entscheidung treffen wollte, musste der Chef geholt werden. Man gewöhnt sich an solche Sachen eigentlich recht schnell hier in China, so sind sie halt, aber mir war es dann doch langsam genug!

Als aber ein kleines dickliches Kind auf mich zugerannt kam und sich freundlich auf Englisch vorstellte und fragte, wie es mir ginge, lockerte sich meine Stimmung wieder etwas. Hier lernen schon die ganz kleinen Kinder Englisch. Ich glaube in 10-15 Jahren wird ein Chinaaufenthalt wesentlich angenehmer sein.

Irgendwann bekam ich dann doch meinen Schlüssel und konnte mein 12qm-Zimmer beziehen. Irgendwie eine ziemliche Umstellung von meinem 80qm-Appartment, aber ich bin ja zum Arbeiten hier ;)

Die Dusche ist mal wieder direkt ins Badezimmer integriert, das heißt, wenn ich mich mal wasche, setze ich den gesamten Raum unter Wasser – I love China! Noch viel Schlimmer war es aber, dass ich natürlich kein warmes Wasser hatte. Nachdem die letzte kalte Dusche total in die Hose gegangen war, wollte ich es diesmal nicht riskieren und rief den Zimmerservice an.

Der meinte ich solle das Wasser laufen lassen, er würde in einen anderen Raum gehen und dort auch das Wasser aufdrehen. Nach geschlagenen 10 Minuten wurde es dann tatsächlich warm. Wie war das noch mit den Grünen Spielen?! Soll ich denn jetzt tatsächlich jeden Tag so viel Wasser verschwenden?! Ihr merkt, so ganz zu frieden bin ich im Moment noch nicht. Aber wie gesagt ich hab ja eigentlich auch vor, zu arbeiten.

Das war es dann jedenfalls, den ganzen Tag nichts geschafft und trotzdem geschafft. Dumm das meine Lunge sich heute wieder anfühlt als hätte ich Nägel eingeatmet. Dabei war die Luft heute eigentlich sehr gut – also nach chinesischen Maßstäben. Wird Zeit, dass ich ins Bett komme…