14.
März
2009
Also ich hätte es ja nicht gedacht, aber scheinbar werden Kinder nicht durch Erziehung doof, es scheint tatsächlich angeboren zu sein. Das ist jedenfalls meine neuste Erkenntnis aus der Uni-Kinderkrippe.
In die geht Mina nämlich schon seit geraumer Zeit und ihr gefällt’s eigentlich ganz gut. Es gibt wenig Gejammer von ihr, sie spielt ganz brav unter ihrem Baby-Trapez und spielt, bis sie einschläft. Wenn sie aufwacht, wird einfach weitergespielt oder erzählt, bis sie hunger hat.
Als kleinste wurde Mina von den älteren Kindern bisher immer kritisch beäugt. Nach einiger Zeit fielen da aber auch die Hemmschwellen und ab und an wird Minchen von den anderen dann gestreichelt oder sie legen sich einfach neben sie und erzählen mit ihr.
In solch geordneten Bahnen lief es bis gestern, da hatten wir Mina das erste Mal am Freitag in die Krippe gebracht. Da lief es dann leider nicht so friedlich ab wie bisher, denn in dieser berüchtigten Freitagsgruppe ist auch das Riesenbaby Pumba*.
Das Kind (und auch die Eltern) sind nicht sonderlich beliebt in der Krippe, was ich bisher nicht ganz nachvollziehen konnte. Pumba soll nämlich etwas „inkompatibel“ zu anderen Kindern sein – und gestern hatte er halt unser Minchen auf dem Kieker.
Wie uns die Betreuerin berichtete, saß Minchen entspannt in ihrer Wippe, als Pumba auf der Bildfläche erschien und Mina einfach mal laut anschrie. Und obwohl Mina nicht so schnell aus der Ruhe zu bringen ist, fing sie bitterlich an zu weinen.
Pumba hörte daraufhin allerdings nicht geschockt auf Mina zu ärgern, sondern schrie sie einfach noch mal an. Eine Betreuerin musste Mina erst auf dem Arm nehmen, um die Attacken zu unterbinden.
Ich bin jetzt nicht groß empört darüber, Mina soll lieber früher als zu spät lernen, dass es immer irgendwelche Idioten geben wird, die sie nerven werden. Dass aber so kleine Kinder sich schon so asozial verhalten können, war mir neu.
* Name von mir geändert
