28.
August
2006
Und wieder beschleicht mich dieses traurige Gefühl der Melancholie. Dieses altbekannte Gefühl, wenn sich die letzte Seite eines Buches nähert und die Geschichte zu Ende ist. Ein Buch nach spannenden Stunden und Tagen ausgelesen aus der Hand zu legen fällt oft schwer.
Aber was gibt es letztlich Schöneres! Der Held oder die Heldin hat es geschafft, sie haben die Farm / Welt / Universum oder ihren Hund gerettet und leben glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende. Was gibt es also zu trauern? Schließlich haben sie es geschafft, sie haben bis ans Ende des Buches überlebt, was nicht jeder Romanfigur vergönnt ist.
Der Gedanke, dass ich den kleinen Hobbit oder den runtergekommenen Raumfahrer nicht mehr wiedersehen werde, seine in meinem Kopf entstandene Welt verlassen muss, das macht traurig. Lesen ist ein viel persönlicherer Prozess als Filme sehen. Den Protagonisten einer Geschichte stellt sich jeder Leser anders vor, auch wenn sie alle dasselbe lesen. Diese kreative Freiheit bindet einen an das Buch und lässt einen immer weiterlesen.
In den vergangen zwei Wochen habe ich zwei Bücher zu Ende gelesen. Woran einerseits der Urlaub und andererseits das unsägliche Fernsehprogramm schuld ist. Zweimal musste ich also das Abschiedsritual durchführen, das bei mir heißt: Ist ein Buch zu Ende gelesen, fange kein neues innerhalb eines Tages an. Große Geschichten muss man sacken lassen.
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