Alle Beiträge mit dem Tag: Olympische Spiele


Noch sind nicht alle Werbebanner für die Olympischen Spiele aus dem Straßenbild verschwunden, bzw. durch die Paralympics-Embleme ausgetauscht, da ist auch schon wieder das alte China da, wie ich es vor den letzten zwei Wochen kennengelernt habe.

Es wird wieder hemmungslos gerotzt, die Schlafanzugträger sind wieder in den Straßen unterwegs und nicht zu vergessen die berühmten Uhrenverkäufer (“Want a Mao watch?! No?! Mao book?!”). Die U-Bahnen sind endlich wieder richtig voll und die Klimanalage darin etliche Grad kälter eingestellt. Kurzum: Die Chinesen geben sich wieder, wie sie wirklich sind: laut, manchmal etwas eklig und dann plötzlich extrem liebenswert.

Schade, dass die Regierung während der Spiele lieber eine Soap-Opera-Version von China verkauft hat, aber die wenigen Touristen, die noch da sind, sehen China jetzt dann richtig.

Das Ende ist nah! Noch ein paar Stunden und die Olympischen Spiele 2008 sind Geschichte. Zeit für ein vorläufiges Fazit meinerseits.

Es waren große Spiele, mehr Sportarten, mehr Athleten, mehr Journalisten, mehr Sportstätten, mehr Volunteers – kurz mehr Aufwand als jemals zuvor wurde betrieben, um perfekte Spiele zu gewährleisten und China ein neues Bild in der Welt zu geben. Ersteres ist gelungen, Letzteres wird wohl dank der übertriebenen Propaganda wohl nicht wirklich funktionieren.

So richtig wichtig ist bei den Spielen, nach Bekunden des IOC ja sowieso nur der Sport und der wurde ja nun zu Genüge gezeigt. Sportlich war’s tatsächlich ziemlich überzeugend und spannend, außer dem Abschneiden der deutschen Sportler, gibt’s da nichts zu meckern.

Was mich aber so richtig enttäuscht hat, war die kaum vorhandene Stimmung in den Sportstätten und in der Stadt. Sie waren perfekt organisiert, das steht außer Frage, aber gute Stimmung kann man halt nicht planen. Ich hatte mir das alles ein bisschen bunter, multikultureller und ausgelassener vorgestellt. Aber bei vielen Millionen Chinesen fallen ein paar Hunderttausend ausländische Fans nicht sonderlich auf.

Allgemein neigen die Chinesen scheinbar nicht zum großen Jubeln und Feiern. Richtig laut wurden sie bei diesen Spielen eigentlich nur beim Anfeuern ihrer eigenen Athleten und beim Verkünden von chinesischen Goldmedaillengewinnern.

Es war dann manchmal doch schon etwas anstrengend, wenn hinter dir im Stadion plötzlich irgendeine schrille Stimme aufgeregt JiaYou! schreit, bloß weil ein chinesischer Diskuswerfer sich gerade warm machte, aber beim Weltrekordsprung nur ein verhaltener Applaus und einen raunen durch das Stadion hallte.

Der Jubel der Chinesen war meist eh nur sehr kurz, viel Luft dafür scheinen sie nicht zu haben. Sie sind wahrscheinlich mehr die Fahnenschwinger, die bei politischen Reden bei besonders tollen Sätzen kurz mal jubeln dürfen – da braucht man ja schließlich keine ausgelassen feiernden Menschen.

Ich glaube allerdings, dass die Chinesen diese Spiele so was von Ernst nahmen, dass sie für richtige Ausgelassenheit irgendwie keinen Sinn mehr hatten. Ich weiß allerdings auch nicht, wie das sonst bei Olympischen Spielen ist, das waren schließlich meine Ersten. Vorher habe ich nur die Fußball-WM 2006 in Deutschland als sportliches Großereignis miterlebt, aber da herrschte eine ganz andere Stimmung. Man hatte wirklich das Gefühl, dass man eine große Welt-Party feierte.

Hier in Peking sind die Live Sites für Public Viewing fast immer verwaist, kaum einer würde auf die Idee kommen, da irgendwie Partystimmung zu verbreiten. Meist wird nur stumm auf die Leinwände gestarrt und ab und zu mal applaudiert. So richtige Stimmungskanonen sind Chinesen also nicht, das liegt vielleicht auch an ihrer Kultur.

Als vorläufiges Fazit kann ich wohl heute mal zusammenfassend schreiben: Ja, sportlich und organisatorisch waren das wirklich tolle Spiele, kaum besser zu machen, aber atmosphärisch ist wohl viel, viel mehr drin.

Vielleicht geht ja heute bei der Abschlussfeier noch was, wir werden sehen…

Ich wusste es doch immer: Die Chinesen sind kleine Anarchisten! Zu sehen an der U-Bahnhaltestelle Beitucheng, hier ist der größte Schwarzmarkt für Olympia-Tickets entstanden. Überall stehen die Ticket-Dealer und gucken jeden Ausländer verstohlen, aber wissend an.

Tickets verschachern ist eigentlich streng verboten hier, was allerdings vom ersten Tage an keinen interessierte. Um der Sache wieder Herr zu werden, taten die Behörden dass, was sie in solchen Situationen gerne tun: Sie stellten Schilder auf.

Schwarzhandel mit Olympiatickets ist verboten und werde nach dem geltenden Recht geahndet steht da frei übersetzt auf Englisch und Chinesisch drauf. Der Effekt war, wie sollte es anders sein, bescheiden. Die Schwarzhändler stehen wie eh und je am Eingang der U-Bahnstation und verschachern Tickets.

Also entweder gibt es kein geltendes Recht, nach dem Schwarzhandel bestraft wird oder die Polizei hat trotz massiven Aufgebots an diesem Platz einfach aufgegeben. Das wäre dann allerdings irgendwie erstaunlich für China.

So oder so stehen die gelben Kühe, so heißen Kartenschwarzhändler wörtlich im Chinesischen, an der Haltestelle Beitucheng und verticken für Wucherpreise ihre Karten an schimpfende Touristen und drehen der Polizei eine lange Nase.

Ich sag’s ja, alles Anarchisten hier …

Stellt schon mal das Bier kalt und blast die Luftballons auf, ich bin in einer Woche wieder in Augsburg und erwarte mit Transparenten begrüßt zu werden.

Noch liegt aber ein bisschen Arbeit vor mir, zwei Tage Olympische Spiele und die hoffentlich auch schöne Abschlussfeier erleben und danach 5 Tage entspannt beobachten, was noch so passiert.

Also keine Zeit zu verlieren.

Heute hat mich das Volunteer-Heer an den Eingängen des Olympischen Grüns aber wirklich genervt. Wie schon drei Mal zuvor war ich heute wieder auf dem Weg ins DHQ, um Interviews zu filmen und wie schon drei Mal zuvor brachte ich natürlich mein Kamerastativ mit. Bisher gab es da keine Probleme, nur heute wollten sie mich nicht mit meinem Stativ auf das Grün lassen!

Ich war schon etwas genervt, weil ich höllische Kopf-, Magen- uns Sonstnochwasschmerzen hatte und eigentlich nur schnell die Interviews machen wollte und dann zurück in mein hartes Bettchen zu hüpfen. Ich weiß ja, dass die Volunteers auch nur das machen, was sie gesagt bekommen, aber dass dann natürlich keine Sau Englisch spricht, wenn ich versuche zu erklären, was ich denn mit dem Stativ vor hätte, ist ja selbstverständlich. 70.000 Volunteers auf dem Grün und plötzlich versteht mich keiner mehr.

Nachdem inzwischen sechs Volunteers rumstehen, die zum 10. Mal sagen, dass ich das Stativ nicht mitnehmen dürfte und ich zum 20. Mal sage, dass ich das aber die letzte Woche doch ständig dabei hatte, beschließe ich einfach zu einem anderen Eingang zu gehen, bevor die noch mehr Volunteers heranwinken können.

Also marschiere ich zum nächsten, einem Mitarbeiter-Eingang, da sind sie normalerweise etwas Verständnisvoller. Natürlich klappt es auch hier nicht, scheinbar gab es über Nacht mal wieder eine neue Sicherheitsrichtlinie.

Wieder kam ich dem Heranwinken von noch mehr Volunteers zuvor und erklärte ich würde mein Stativ einfach nachher wieder abholen. Nachdem ich das dann drei Volunteers erzählt hatte und ich den Eindruck gewann, dass zumindest einer es verstanden hatte, ging’s zum DHQ, um dort die Interviews aufzuzeichnen.

Auf meinem Weg zurück, wollte ich mein Stativ natürlich wieder haben, aber logischerweise war nach der kurzen Stunde im DHQ kein Volunteer mehr da, der wusste, dass mein Stativ da irgendwo rumliegen musste. Ich brauchte wieder fünf Volunteers, bis einer die Idee hatte, einfach mal in den Aufbewahrungsschrank zu gucken und mir mein Stativ zu geben.

Es sind ja alles nette Jungen und Mädchen, diese Volunteers, aber mal ehrlich, Qualität statt Quantität wäre manchmal echt besser, aber das ist in China noch nicht überall angekommen …

Chinesen sind ein sehr geduldiges Völkchen. 100 Jahre haben sie schließlich auf die Olympischen Spiele gewartet und auch sonst scheinen sie sehr viel Zeit zu haben. Gerade jetzt währen der Spiele kann man das sehr gut beobachten. Bestes Beispiel sind die überall herumstehenden Nachbarschaftskommitee-Mitglieder.

Diese Aufpasser sorgen dafür, dass sich die Einheimischen gut bennehmen, nichts auf die Straße werfen und sich im Bus auch zivilisiert verhalten. Zu erkennen sind sie an roten Arbinden und sie sind eigentlich kaum zu übersehen. In so gut wie jeder Straße stehen, sitzen oder liegen ältere Damen und Herren und machen eigentlich nichts besonderes – sie sind halt da und passen auf.

Die ganz Hartgesottenen unter ihnen stehen dann den ganzen Tag unter Brücken. Meist zu zweit und meist mit alten Fahrrädern neben sich und passen auf, dass keiner sein Auto dort parkt. Sie sind damit irgendwie die erste Linie des Antiterrorschutzes, denn Verdächtiges sollen sie sofort der Polizei melden.

Und so stehen sie dann, den lieben langen Tag an Straßen, unter Brücken, in U-Bahnen, an einfach allen möglichen öffentlichen Plätzen und warten. Das können die Chinesen einfach unglaublich gut, sie sind wahre Warteweltmeister

Das wirklich Extremste, was ich bisher im Lichte dieser Erkenntnis gesehen habe, ist eine Tankstelle in direkter Nähe des Olympiageländes. Die wurde vor den Spielen noch schnell renoviert und strahlt jetzt im neuem Glanze. Aber da sie ein potentielles Sicherheitsrisiko für die Spiele darstellt, ist sie derzeit geschlossen. Die Zapfsäulen sind verblombt und vor dem Eingang des Kassenbereichs hängt ein dickes Vorhängeschloss.

Das alles ist ja noch zu verstehen, warum jetzt aber das gesamte Personal der Tankstelle trotzdem jeden einzelnen Tag der Woche zur Arbeit erscheint kann mir allerdings keiner erklären. In ihren schicken Uniformen stehen sie nun jeden Tag von früh bis spät an der verrammelten Tankstelle – eine Kassiererin sitzt auch hinter der Kasse – und sie tun das, was Chinesen einfach können: sie warten.

Wow, das war definitiv der perfekte Wettkampftag heute. Besser kann das Wetter eigentlich nicht sein. Dank des gestriegen Gewitters war die Luft so sauber wie schon lange nicht mehr, die Sicht so klar wie noch nie und die Temperatur und Luftfeuchtigkeit genau richtig.

Ein Tag für Leichtathleten also, gut, dass die heute rein zufällig auch endlich bei den Olympischen Spielen mit ihren Wettkämpfen anfingen. Das sorgte dann auch für jede Menge Zuschauer auf dem Olympischen Grün, das heute erstmalig zum richtigen Treffpunkt für Sportfans aus aller Welt wurde. Es war eine wirklich gute Stimmung im Park und es war wirklich voll heute, was verständlich ist, da heute durch die beiden Sessions im Nationalstadion im günstigsten Fall allein durch das Olympiastadion 180.000 Menschen auf dem Grün zu Gange waren.


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Und in der Abendsession war das Stadion tatsächlich so gut wie voll und es vibrierte förmlich. Die Leute jubelten wie verrückt. Heute war einfach der perfekte Olympia-Tag glaube ich. Wird schwer das zu toppen. Es lag ja nicht mal an den Sportarten, irgendwie war es heute eine ganz andere Stimmung als sonst, das ist schwer zu beschreiben. Entweder es lag einfach am perfekten Wetter oder heute schwebte der olympische Geist vom Himmel herab und beglückte alle Zuschauer mit guter Stimmung.

So kann es weitergehen.

War ja klar, dass es mal wieder genau dann einen gewaltigen Regenguss gibt, wenn ich gerade mal im Stadion bin. Da gucke ich mir die letzten Gruppenspiele im Beachvolleyball an und pünktlich zum Spiel der Deutschen fängt es an zu regnen, was sag ich, zu schütten!

Dabei hatte es so schön angefangen, am Morgen war es leicht bewölkt und angenehm kühl. Perfektes Wetter also. Im Stadion war es auch ganz gut gefüllt, 2/3 der Plätze waren belegt. Natürlich gab es auch wieder die berühmten Beifallklatscher in ihren gelben T-Shirts. Es waren etwa 30 und die waren dann auch noch ständig von Journalisten umringt, sah ziemlich seltsam aus. Aber derzeit versucht ja die Presse ständig ein Haar in der olympischen Suppe zu finden. Als die Jubler vom Dienst schon verstummt waren, weil sie keine Lust mehr hatten und auch keine Presse mehr da war, fing es dann wie schon erwähnt zu kübeln an.


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Von den Tribühnen schoss das Wasser nur so herunter auf den Center Court. Die chinesischen Volunteers haben dann auch recht zügig begonnen kleine Kanäle zu buddeln, um dass Wasser ablaufen zu lassen. Doof war allerdings, dass sie die Kanäle zuerst Richtung Spielfeld buddelten, wo sich gerade die deutschen Damen zum Sieg spielten. Sie bemerkten aber ihren Fehler recht flott und buddelten dann einen Bogen.

Als ich das eigentlich recht tolle Stadion dann verlassen habe, ist mir das erste Mal auch aufgefallen, warum ich eigentlich bei Regen immer aufgeweichte Schuhe habe. Die Chinesen haben irgendwie eine Abneigung gegen Regenabflüsse. Der gesamte Vorplatz des Stadions hat keinen einzigen Abfluss für Regenwasser. Ich musste quasi zum Bus schwimmen, um nach Hause zu kommen.

Aber die Stimmung war trotzdem gut im Stadion, das will ich nicht unerwähnt lassen – selbst der Regen konnte daran nichts ändern.

PS: Der Artikel ist von gestern, hatte ihn irgendwie auf privat gesetzt

Also ich bin ja ein bisschen enttäuscht muss ich sagen. Ich hab nun keinerlei Olympia-Erfahrung, aber so richtig viel Stimmung ist hier in Peking im Moment noch nicht.

Bei meinen Streifzügen übers Olympische Grün und quer durch die Stadt war jetzt noch nicht viel von Feierstimmung zu sehen. Ich hatte mir das Grün eigentlich wie eine gewaltige Partymeile vorgestellt, wo sich Fans aus aller Welt treffen und zusammen Spaß haben, aber alles, was ich dort finden konnte, war das Gewaltige, aber keine Party.

Vielleicht ist die Gigantomanie, alles größer, besser und schöner zu machen als jemals zuvor daran schuld. Auf dem größten Olympischen Grün aller Zeiten gibt es einfach zu viel Platz und zu wenig Menschen, die es füllen könnten. Dank der sehr hohen Sicherheitsbestimmungen kommen nämlich nur Ticketbesitzer auf das Grün, alle anderen waren bisher ausgeschlossen. Doch selbst viele Ticketbesitzer blieben den Veranstaltungen bisher fern – die Ränge vieler Veranstaltungen sind teilweise hoffnungslos unterbesetzt.

Dass es so nicht weitergehen kann, hat nun auch das BOCOG eingesehen und will nun – im begrenzten Maße natürlich – Tagestickets für das Olympische Grün verkaufen. Die halb leeren Ränge werden mit “freiwilligen Jublern” besetzt. Diese Platzhalter räumen den Sitz, sollte der eigentliche Ticketbesitzer doch noch auftauchen.

Solche Menschenmasse stehen dann in gelben oder weißen T-Shirts zu Tausenden vor den Venues und warten auf Einlass. Die Jubler sind übrigens angewiesen für beide Seiten gleichermaßen zu klatschen, ob sie die Regeln der einzelnen Wettbewerbe verstehen, sei mal dahingestellt.

Die Chinesen interessieren sich nämlich eigentlich nur dafür, wie viele Goldmedaillen ihre Sportler gewonnen haben, wie das zustande kommt, ist eigentlich egal. Ich hoffe einfach mal, dass sich die Stimmung noch wesentlich verbessert, wenn die Leichtathletik-Wettbewerbe demnächst losgehen. Dann wird das Olympische Grün auch endlich mal voll.

Früh schnell noch einen Radiobeitrag geschrieben und vertont, einige kleinere Beiträge vorbereitet und dann aufgemacht zum Digital Headquarter der Olympischen Spiele getigert.

Da erst mal 20 Minuten gewartet, bis ich endlich rein durfte. In der 11. Etage gewartet, gewartet, gewartet und letztlich dann umsonst gewartet. Um 16 Uhr fing es dann plötzlich so stark an zu regnen, dass ich es vorzog, noch ein bisschen im DHQ zu sitzen und ein paar Notizen für weitere Beiträge zu kritzeln.

Als der Regen etwas nachgelassen hat, laufe ich erstmals auf dem Olympischen Grün herum. Zeit hab ich keine, ich muss nämlich meine “halbe” Akkreditierung aktivieren lassen. Die Volunteers auf dem Grün sind zwar zahl- aber nicht hilfreich. Ich laufe also eine halbe Stunde umher, bis mir endlich eine junge Chinesin sagen kann, dass ich die Akkreditierung nur im BOCOG Olympic Building oder im Beijing Hotel aktivieren kann. Letzteres liegt verkehrstechnisch näher an meinem Hotel, also wähle ich das.

Ich hatte dazu geplant mit dem Bus zur U-Bahn zu fahren, was leider schief ging. Ich stand im Eingangsbereich, weil der Bus schon bis oben hin voll war. Als dann ein Volunteer bei der nächsten Station meinte ich solle doch nach hinten rücken, damit die 20 anderen Chinesen, die sich noch in den Bus quetschen wollten, auch noch platz hätten, bin ich dann mehr als entnervt ausgestiegen.

Den Rest des Weges bin ich halt durch den wieder einsetzenden Regen gewatschelt. Dabei bemerkte ich, dass mein Schirm sich wohl langsam auflöste. Zur U-Bahn ging’s dann aber noch unbeschadet.

In meinem Wahn hatte ich natürlich gedacht, ich könnte einfach in der Wangfujing raushüpfen, durch eine Einkaufspassage an die Oberfläche laufen und dann einfach die Straße überqueren und zum Beijing Hotel marschieren. In China funktionieren solche einfachen Pläne einfach nicht. Die Straße ist gesperrt und ich muss durch den strömensten aller Regen am Zaun entlanglaufen und über die zum Fluss mutierte Fahrbahn schwimmen. Wenigstens kann dort meine Akkreditierung aktiviert.

Meine Schuhe sind bei dieser Aktion sahen danach allerdings aus wie Spongebob und machten beim Gehen auch ähnliche Geräusche. Spontan entschloss ich mich also neue Schuhe zu kaufen und tatsächlich fand ich auch die billigsten Adidas-Schuhe, die ich je Peking gesehen habe. Für 30 Euro hatte ich die dann auch gleich in der Tasche, vor allem weil die berühmten “vergleichebaren Produkte anderer Hersteller” genauso teuer waren – da greif ich doch lieber zu guter deutscher Ware aus chinesischer Produktion.

Das Schuhglück konnte mich aber nur kurz erheitern, weil sich auf dem Heimweg mein Regenschirm komplett auflöste und ich ihn letztlich nur noch wegwerfen konnte (im Zorn auf die Straße). Jetzt um 10 Uhr nachts, bin ich dann endlich zu Hause und kann endlich die nassen Füße hochlegen. Solche grandiosen Tage heißen gemeinhin dann also Geburstag.

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