Alle Beiträge mit dem Tag: Peking


War ja klar, dass es mal wieder genau dann einen gewaltigen Regenguss gibt, wenn ich gerade mal im Stadion bin. Da gucke ich mir die letzten Gruppenspiele im Beachvolleyball an und pünktlich zum Spiel der Deutschen fängt es an zu regnen, was sag ich, zu schütten!

Dabei hatte es so schön angefangen, am Morgen war es leicht bewölkt und angenehm kühl. Perfektes Wetter also. Im Stadion war es auch ganz gut gefüllt, 2/3 der Plätze waren belegt. Natürlich gab es auch wieder die berühmten Beifallklatscher in ihren gelben T-Shirts. Es waren etwa 30 und die waren dann auch noch ständig von Journalisten umringt, sah ziemlich seltsam aus. Aber derzeit versucht ja die Presse ständig ein Haar in der olympischen Suppe zu finden. Als die Jubler vom Dienst schon verstummt waren, weil sie keine Lust mehr hatten und auch keine Presse mehr da war, fing es dann wie schon erwähnt zu kübeln an.


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Von den Tribühnen schoss das Wasser nur so herunter auf den Center Court. Die chinesischen Volunteers haben dann auch recht zügig begonnen kleine Kanäle zu buddeln, um dass Wasser ablaufen zu lassen. Doof war allerdings, dass sie die Kanäle zuerst Richtung Spielfeld buddelten, wo sich gerade die deutschen Damen zum Sieg spielten. Sie bemerkten aber ihren Fehler recht flott und buddelten dann einen Bogen.

Als ich das eigentlich recht tolle Stadion dann verlassen habe, ist mir das erste Mal auch aufgefallen, warum ich eigentlich bei Regen immer aufgeweichte Schuhe habe. Die Chinesen haben irgendwie eine Abneigung gegen Regenabflüsse. Der gesamte Vorplatz des Stadions hat keinen einzigen Abfluss für Regenwasser. Ich musste quasi zum Bus schwimmen, um nach Hause zu kommen.

Aber die Stimmung war trotzdem gut im Stadion, das will ich nicht unerwähnt lassen – selbst der Regen konnte daran nichts ändern.

PS: Der Artikel ist von gestern, hatte ihn irgendwie auf privat gesetzt

Also ich bin ja ein bisschen enttäuscht muss ich sagen. Ich hab nun keinerlei Olympia-Erfahrung, aber so richtig viel Stimmung ist hier in Peking im Moment noch nicht.

Bei meinen Streifzügen übers Olympische Grün und quer durch die Stadt war jetzt noch nicht viel von Feierstimmung zu sehen. Ich hatte mir das Grün eigentlich wie eine gewaltige Partymeile vorgestellt, wo sich Fans aus aller Welt treffen und zusammen Spaß haben, aber alles, was ich dort finden konnte, war das Gewaltige, aber keine Party.

Vielleicht ist die Gigantomanie, alles größer, besser und schöner zu machen als jemals zuvor daran schuld. Auf dem größten Olympischen Grün aller Zeiten gibt es einfach zu viel Platz und zu wenig Menschen, die es füllen könnten. Dank der sehr hohen Sicherheitsbestimmungen kommen nämlich nur Ticketbesitzer auf das Grün, alle anderen waren bisher ausgeschlossen. Doch selbst viele Ticketbesitzer blieben den Veranstaltungen bisher fern – die Ränge vieler Veranstaltungen sind teilweise hoffnungslos unterbesetzt.

Dass es so nicht weitergehen kann, hat nun auch das BOCOG eingesehen und will nun – im begrenzten Maße natürlich – Tagestickets für das Olympische Grün verkaufen. Die halb leeren Ränge werden mit “freiwilligen Jublern” besetzt. Diese Platzhalter räumen den Sitz, sollte der eigentliche Ticketbesitzer doch noch auftauchen.

Solche Menschenmasse stehen dann in gelben oder weißen T-Shirts zu Tausenden vor den Venues und warten auf Einlass. Die Jubler sind übrigens angewiesen für beide Seiten gleichermaßen zu klatschen, ob sie die Regeln der einzelnen Wettbewerbe verstehen, sei mal dahingestellt.

Die Chinesen interessieren sich nämlich eigentlich nur dafür, wie viele Goldmedaillen ihre Sportler gewonnen haben, wie das zustande kommt, ist eigentlich egal. Ich hoffe einfach mal, dass sich die Stimmung noch wesentlich verbessert, wenn die Leichtathletik-Wettbewerbe demnächst losgehen. Dann wird das Olympische Grün auch endlich mal voll.

Gibt’s das denn, ich hab’s irgendwie mit Wasser die letzten Tage. Eigentlich lief heute alles sehr gut, ich konnte den CEO von Atos Origin interviewen und endlich mal das Olympische Grün erkunden. Dank ausgeliehener Akkreditierung darf ich das auch morgen. Da werde ich dann mal die ganzen Venues unter die Lupe nehmen.

Das lief alles zu gut heute, das hätte mir zu denken geben sollen. Als ich jedenfalls zurück in mein Hotel kam, war ich noch so von der Arbeit berauscht, dass ich nur den Brief auf meinem Tisch sah. Darin stand ich solle doch mal bei der Rezeption anrufen.

Gedankenverloren wanderte mein Blick zur Decke, was die wohl von mir wollen?

Huch! Wo ist die Decke?!

Die war irgendwie nicht da, wo sie sein sollte und mein Teppich war ganz nass. Ich glaub ich hab nen Wasserschaden, soll ja öfter vorkommen in Peking hab ich mir sagen lassen. Jedenfalls war mein Zimmer mit Loch in der Decke und nassen Boden kaum zu gebrauchen. Also zog ich mit Sack und Pack ein paar Zimmer weiter.

Zur “Entschuldigung” bekam ich übrigens einen kleinen lustigen Wecker und – wie passend – einen Regenschirm geschenkt. Blöd, dass ich mir heute Morgen erst einen gekauft hatte, zufällig sogar haargenau denselben.

Früh schnell noch einen Radiobeitrag geschrieben und vertont, einige kleinere Beiträge vorbereitet und dann aufgemacht zum Digital Headquarter der Olympischen Spiele getigert.

Da erst mal 20 Minuten gewartet, bis ich endlich rein durfte. In der 11. Etage gewartet, gewartet, gewartet und letztlich dann umsonst gewartet. Um 16 Uhr fing es dann plötzlich so stark an zu regnen, dass ich es vorzog, noch ein bisschen im DHQ zu sitzen und ein paar Notizen für weitere Beiträge zu kritzeln.

Als der Regen etwas nachgelassen hat, laufe ich erstmals auf dem Olympischen Grün herum. Zeit hab ich keine, ich muss nämlich meine “halbe” Akkreditierung aktivieren lassen. Die Volunteers auf dem Grün sind zwar zahl- aber nicht hilfreich. Ich laufe also eine halbe Stunde umher, bis mir endlich eine junge Chinesin sagen kann, dass ich die Akkreditierung nur im BOCOG Olympic Building oder im Beijing Hotel aktivieren kann. Letzteres liegt verkehrstechnisch näher an meinem Hotel, also wähle ich das.

Ich hatte dazu geplant mit dem Bus zur U-Bahn zu fahren, was leider schief ging. Ich stand im Eingangsbereich, weil der Bus schon bis oben hin voll war. Als dann ein Volunteer bei der nächsten Station meinte ich solle doch nach hinten rücken, damit die 20 anderen Chinesen, die sich noch in den Bus quetschen wollten, auch noch platz hätten, bin ich dann mehr als entnervt ausgestiegen.

Den Rest des Weges bin ich halt durch den wieder einsetzenden Regen gewatschelt. Dabei bemerkte ich, dass mein Schirm sich wohl langsam auflöste. Zur U-Bahn ging’s dann aber noch unbeschadet.

In meinem Wahn hatte ich natürlich gedacht, ich könnte einfach in der Wangfujing raushüpfen, durch eine Einkaufspassage an die Oberfläche laufen und dann einfach die Straße überqueren und zum Beijing Hotel marschieren. In China funktionieren solche einfachen Pläne einfach nicht. Die Straße ist gesperrt und ich muss durch den strömensten aller Regen am Zaun entlanglaufen und über die zum Fluss mutierte Fahrbahn schwimmen. Wenigstens kann dort meine Akkreditierung aktiviert.

Meine Schuhe sind bei dieser Aktion sahen danach allerdings aus wie Spongebob und machten beim Gehen auch ähnliche Geräusche. Spontan entschloss ich mich also neue Schuhe zu kaufen und tatsächlich fand ich auch die billigsten Adidas-Schuhe, die ich je Peking gesehen habe. Für 30 Euro hatte ich die dann auch gleich in der Tasche, vor allem weil die berühmten “vergleichebaren Produkte anderer Hersteller” genauso teuer waren – da greif ich doch lieber zu guter deutscher Ware aus chinesischer Produktion.

Das Schuhglück konnte mich aber nur kurz erheitern, weil sich auf dem Heimweg mein Regenschirm komplett auflöste und ich ihn letztlich nur noch wegwerfen konnte (im Zorn auf die Straße). Jetzt um 10 Uhr nachts, bin ich dann endlich zu Hause und kann endlich die nassen Füße hochlegen. Solche grandiosen Tage heißen gemeinhin dann also Geburstag.

Gerade in der Innenstadt herumspaziert, um mir mal ein Bild zu machen am Tage der Eröffnungsfeier. Wäre fast nicht mehr rausgekommen. Heute hat der Großteil der Chinesen frei bekommen und dadurch stromern die derzeit alle in der Stadt herum. An einigen Kreuzungen sind so viele Menschen, dass man nicht mal mehr vorangekommt. Ich werde heute wohl auf Schleichwege umsteigen müssen.

Leider wird am Tiananmen kein Livebild von der Eröffnungsfeier übertragen, ich werde wohl umsatteln müssen. Mal sehen, wo ich heute landen werde. Es gibt einige “Live Sites” hier, wo man Rudelgucken betreiben kann. Wobei das hier wohl etwas mehr als ein Rudel sein wird.

[UPDATE 17:30] Man ist das warm heute und ziemlich “neblig” – wie man in Peking jetzt zu sagen pflegt, Smog ist das ja nicht mehr. Aber heute ist es wirklich ziemlich diesig und die hohe Luftfeuchtigkeit wird hoffentlich nicht die Feuerwerksrakteten am explodieren hindern.

Derzeit ist es irgendwie noch schwer Olympia-Fans aus aller Welt zu treffen, die wild-feiernd durch die Straßen ziehen. Nur ein paar Verrückte aus Venezuela sind mir bisher aufgefallen. Es ist aber auch ein bisschen schwer hier aufzufallen, zwischen all den 17 Millionen Chinesen die hier heute auf den Straßen sind.

Gerade fängt es an aus der Decke zu tropfen. Meine Klimaanlage ist wohl aufgetaut. Ich hoffe das ist kein schlechtes Omen für die Eröffnungsfeier heute. Nicht, dass es noch regnet!

[Update: Samstag 2:00 Uhr]Das war warm, sehr lang, aber toll. Der Public Viewing-Platz war allerdings ein Witz. Er bestand eigentlich nur aus der Einfahrt zum Workers Stadium und einer Leinwand auf dem Stadion. Es hatten sich trotzdem etwa 500 Leute zusammengefunden, die nach etwa zwei Stunden auch warm geworden waren miteinander und dann wirklich auch in feierlaune kamen. Am Ende waren alle mehr oder wenig betrunken aber unglaublich glücklich, dass es jetzt ENDLICH los geht. Ich geh jetzt aber ins Bett!

Da steigt man einfach mal ganz spontan ins erste Taxi, das man sieht und wer sitzt drin? Der am besten Englisch sprechende Taxifahrer Pekings.

Das verkündet er zumindest stolz und zeigt als Beweis eine chinesiscche Zeitung vor. “Da steht’s drin”, meint er. Ich glaub ihn einfach mal, warum sollte er mich denn anlügen? Da soll jedenfalls drin stehen, dass er als Bester im Englischtext abgeschnitten hat.

Neben der üblichen Taxifahrerrei arbeitet auch für einen belgischen Fernsehsender als Fahrer und zeigt stolz auf deren Sendelogo auf dem Amaturenbrett.

Ich hätte ja nicht gedacht, dass ich jemals so einen VIP-Taxifahrer treffen würde, aber in Peking ist derzeit alles möglich…

Ich habe heute in meinem Hotellzimmer exate 14 Minuten das Wasser laufen lassen, bis es warm geworden ist. Da wirken die überall herumliegenden Zettelchen, die mich zum Umweltschutz animieren sollen irgendwie wie blanker Hohn.

Mein Bett wird übrigens immer frisch bezogen, egal ob der Zettel drauf liegt oder nicht. So viel noch mal zum Thema Umweltschutz in China.

Morgen stell ich mich zum Duschen einfach unter die Klimaanlage. Da es hier unglaublich kalt in dem Zimmer ist, habe ich die Klimanalage ausgemacht, seitdem tropft sie vor sich hin. China ist manchmal schon lustig.

Heute war es so weit, ich musste aus meiner Bonzenwohnung ausziehen. Dass der Aus- und Umzug natürlich wieder nicht ganz glatt lief, ist ja selbstverständlich hier in China.

Der Check-out aus meiner Wohnung war für 14 Uhr angesetzt, ich hatte extra nochmal in der Rezeption nachgefragt am Vortag. Um 14 Uhr kam natürlich kein Mensch. Wurde ich bei meinem Einzug noch von fünf Mitarbeitern Empfangen und die Wohnung feierlich übergeben, interessierte den Auszug anscheinend niemand mehr. Das ist eines der großen Probleme bei den Chinesen. Die denken einfach nicht, dass guter Service bis zum Schluss erbracht werden soll, wenn die Gäste wiederkommen sollen.

Also rollerte ich schwer bepackt in die Rezeption und dort standen natürlich wieder nur ahnungslose Angestellte rum. Nach geschlagenen 20 Minuten warten und schimpfen, konnte ich dann endlich meinen Schlüssel und meine Schlüsselkarte abgeben und die Sache war erledigt.

Nach einer entspannten Fahrt zum neuen Domizil gingen die Probleme beim Einchecken im Hotel natürlich weiter. Irgendeine Pappnase hatte zwei Zimmer auf meinen Namen reserviert. Jetzt wurde heiß diskutiert, welches Zimmer ich denn nun bekommen solle. Da von vier Rezeptionschinesen keiner die Entscheidung treffen wollte, musste der Chef geholt werden. Man gewöhnt sich an solche Sachen eigentlich recht schnell hier in China, so sind sie halt, aber mir war es dann doch langsam genug!

Als aber ein kleines dickliches Kind auf mich zugerannt kam und sich freundlich auf Englisch vorstellte und fragte, wie es mir ginge, lockerte sich meine Stimmung wieder etwas. Hier lernen schon die ganz kleinen Kinder Englisch. Ich glaube in 10-15 Jahren wird ein Chinaaufenthalt wesentlich angenehmer sein.

Irgendwann bekam ich dann doch meinen Schlüssel und konnte mein 12qm-Zimmer beziehen. Irgendwie eine ziemliche Umstellung von meinem 80qm-Appartment, aber ich bin ja zum Arbeiten hier ;)

Die Dusche ist mal wieder direkt ins Badezimmer integriert, das heißt, wenn ich mich mal wasche, setze ich den gesamten Raum unter Wasser – I love China! Noch viel Schlimmer war es aber, dass ich natürlich kein warmes Wasser hatte. Nachdem die letzte kalte Dusche total in die Hose gegangen war, wollte ich es diesmal nicht riskieren und rief den Zimmerservice an.

Der meinte ich solle das Wasser laufen lassen, er würde in einen anderen Raum gehen und dort auch das Wasser aufdrehen. Nach geschlagenen 10 Minuten wurde es dann tatsächlich warm. Wie war das noch mit den Grünen Spielen?! Soll ich denn jetzt tatsächlich jeden Tag so viel Wasser verschwenden?! Ihr merkt, so ganz zu frieden bin ich im Moment noch nicht. Aber wie gesagt ich hab ja eigentlich auch vor, zu arbeiten.

Das war es dann jedenfalls, den ganzen Tag nichts geschafft und trotzdem geschafft. Dumm das meine Lunge sich heute wieder anfühlt als hätte ich Nägel eingeatmet. Dabei war die Luft heute eigentlich sehr gut – also nach chinesischen Maßstäben. Wird Zeit, dass ich ins Bett komme…

Es ist für mich manchmal immer noch gewöhnungsbedürftig, wenn ich abends durch die Straßen wandere und mir dann Chinesen in quietschbunten Pyjamas entgegenkommen. Manch einer zieht den einfach als Jogging-Anzug-Ersatz an, andere sind beim Schlafengehen auf die Idee gekommen, noch schnell Toast für den nächsten Tag zu kaufen. Die Chinesen sind da pragmatisch, warum denn noch mal ordentlich anziehen, wenn man nur Toast kaufen geht.

Das soll jetzt vorbei sein, zumindest während der Spiele. Die Regierung hat einen kleinen 36-seitigen Ratgeber herausgebracht und an die Haushalte verteilt, der darüber Auskunft gibt, wie sich die Einwohner Pekings in den nächsten Tagen einkleiden sollen. Herausgegeben hat den Ratgeber die Capital Spiritual Civilization Construction Commission – also die Kommission für den Aufbau einer intellektuellen Kultur (oder so). Was es hier nicht alles gibt.

Ein kleiner Auszug aus dem Ratgeber:

  • nicht mehr als drei Farben auftragen (sagt das Mal den Touristen)
  • keine Pyjamas und Slippers mehr in der Öffentlichkeit
  • schwarze Socken bevorzugt, niemals weiße Socken zu schwarzen Schuhen
  • Frisuren sollen dem alter Entsprechen
  • Männer sollen doch bitte nicht ihre Hosen und T-Shirts hochrollen, wenn es warm ist
  • die Kleidung sollte in er passenden Größe angezogen werden

Zusätzlich gibt es weitere Hinweise, wie man sich als Chinese derzeit verhalten soll (vor allem in Gegenwart von Laowais):

  • kein Geknutsche in der Öffentlichkeit
  • die Füße sollen beim Stehen möglichst ein V bilden
  • Händeschütteln sollte nicht länger als drei Sekunden dauern
  • frage niemals einen Ausländer nach Alter, Einkommen, Adresse, Religion, der politischen Einstellung usw.

So wie ich die Chinesen kenne, werden sie einige der Ratschläge natürlich auch befolgen, aber lange nicht alle. Schließlich sind Pyjamas einfach zu bequem. Über den Erfolg solcher “Erziehungsmaßnamen” kann man sowieso streiten. Offiziell ist Spucken ja auch verboten und jeder macht’s.

Trotzdem ist die Kommission für den Aufbau einer intellektuellen Kultur davon überzeugt, dass es helfen wird, ein harmonisches Umfeld für die Spiele zu erzeugen.

Dabei verweist die Behörde gerne auf den Anstelltag, der hier seit einigen Monaten existiert. An jedem elften des Monats wurde Anstellen an Bus- und U-Bahnhaltestellen geübt und tatsächlich stellen sich die Chinesen inzwischen mustergültig an. Allerdings währt das meistens nur so lang kein Bus oder keine U-Bahn einfährt, dann drängeln sich doch wieder alle nach vorne.

Aber wie ich ja bereits sagte Chinesen sind sehr pragmatisch.

Ich halte ja nicht sonderlich viel von diesen ganzen Souvenier Schnickschnack den es hier in Peking so zu kaufen gibt. Es gibt ja schon so genug überteuerten Quatsch, aber durch die Spiele ist natürlich noch eine Menge hinzugekommen. Hunderte Produkte mit den fünf Maskottchen der Olympischen Spiele gibt es in den unzähligen lizensierten Olympiashops zu kaufen.

Da mir die Fuwas ja zurecht etwas unheimlich sind, kam für mich bisher nicht in Frage die Dinger zu kaufen. Gestern entdeckte ich aber in einen der größeren Olympia-Shops die kleine Fu Niu Lele, das Maskottchen der Paraolympischen Spiele 2008 und ich fand sie auf anhieb sympathisch. Für umgerechnet etwa 6 Euro war sie gegenüber den Fuwas echt günstig, also habe ich sie mir gleich mal gekauft.

Jetzt weiß ich nur nicht ob ich den kleinen “Büffel des Glücks und der Freude”, was der Name übersetzt heißt, meiner Nichten schenken oder ob ich ihn lieber behalten soll. Die alte Zicke meckert womöglich noch, dass ich ihr eine Kuh schenke. Sie ist zwar noch nicht mal in der Schule, aber man weiß ja nie wie Frauen so ticken – selbst die zukünftigen.

Vielleicht schau ich nach den Spielen, ob es die Fuwas irgendwo billig zu kaufen gibt, dann kann ich meine Kuh behalten und der anderen, der kleinen Kuh die freundlichen Fünf schenken.

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