Ich dachte es gibt sie noch, die letzten Bastionen der Männlichkeit, wo Männer noch Männer sind und sich ganz ihrem eigenen Machogehabe hingeben können. Nein ich rede nicht von einer Badewanne mit schön viel Schaum, ich rede vom Pokertisch.

Wem kommt denn beim Pokern nicht eine unrasierte, ungepflegte nach Whisky stinkende Gruppe von kernigen Männern in den Sinn. Im Mundwinkel hängen winzige Zigarettenstummel, auf denen nervös gekaut, aber nicht gezogen wird. In der Hand halten sie die Spielkarten und versuchen sich mit markigen Sprüchen aus der Fassung zu bringen. Es liegt eine elektrisierende Spannung in der Luft. Die wiederum ist von Rauchfäden durchzogen und trübt das Licht der kleinen Lampe, die über den Tisch baumelt.

Als ich mich heute auf den Weg machte, um einen Kumpel bei der Final-Runde eines lokalen Pokerturnier als moralische Stütze zu dienen, kam mir natürlich auch wieder dieses wunderbare Klischee in den Sinn. Um so enttäuschter war ich, als ich dann das Etablissement betrat.
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