16.
Oktober
2006
So eine Lasagne ist ja schon ein leckeres Stück Pasta. Aber sie ist nicht nur Lecker sie ist auch recht einfach zu machen. Einfach immer schön Nudelplatten, Bolognese und Béchamelsoße stapeln, oben drauf kommt als krönender Abschluss eine schöne Parmesandecke. Genau dieses Bild müssen einige Journalisten in den letzen Tagen immer wieder vor Augen gehabt haben, anders kann ich mir die derzeitige „Unterschichten“-Debatte nicht erklären.
Woher kommt sonst die uralte Geschichte mit dem Schichtenmodell der Gesellschaft? Gut die Studie „Gesellschaft im Reformprozess“ spricht in diesem Zusammenhang von „abgehängten Prekariat” und meint damit 6,5 Millionen Deutsche, die in Armut leben, ungebildet und frustriert sind. „Abgehängtes Prekariat“ hört sich nun aber nicht nur doof an, sondern sieht als Bild-Schlagzeile auch unglaublich doof aus. Also zieht der clevere Journalist das Schichtenmodell heran, schließlich kenn die jeder vom Lasagne essen. Und da das Beste an einer Lasagne der Käse obendrauf ist, ist jedem auch sofort klar, das „Unterschicht“ definitiv nichts Gutes sein kann. Wer will schon unten die zermatschte Nudelplatte sein? Käse muss man sein!
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