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So eine Lasagne ist ja schon ein leckeres Stück Pasta. Aber sie ist nicht nur Lecker sie ist auch recht einfach zu machen. Einfach immer schön Nudelplatten, Bolognese und Béchamelsoße stapeln, oben drauf kommt als krönender Abschluss eine schöne Parmesandecke. Genau dieses Bild müssen einige Journalisten in den letzen Tagen immer wieder vor Augen gehabt haben, anders kann ich mir die derzeitige „Unterschichten“-Debatte nicht erklären.

Woher kommt sonst die uralte Geschichte mit dem Schichtenmodell der Gesellschaft? Gut die Studie „Gesellschaft im Reformprozess“ spricht in diesem Zusammenhang von „abgehängten Prekariat” und meint damit 6,5 Millionen Deutsche, die in Armut leben, ungebildet und frustriert sind. „Abgehängtes Prekariat“ hört sich nun aber nicht nur doof an, sondern sieht als Bild-Schlagzeile auch unglaublich doof aus. Also zieht der clevere Journalist das Schichtenmodell heran, schließlich kenn die jeder vom Lasagne essen. Und da das Beste an einer Lasagne der Käse obendrauf ist, ist jedem auch sofort klar, das „Unterschicht“ definitiv nichts Gutes sein kann. Wer will schon unten die zermatschte Nudelplatte sein? Käse muss man sein!
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Ein Rauschen sondergleichen geht durch den Blätterwald, der Untergang der Meinungs- und Pressefreiheit steht bevor!
Das alles nur wegen ein paar Karikaturen, die schon vor ein paar Monaten in der Jyllands-Posten, einer dänischen Zeitung erschienen. Das Echo aus der islamischen Welt ließ lange auf sich warten, ist jetzt aber gewaltig. Überall demonstrieren Tausende auf den Straßen, europäische Nationalflaggen und nicht zuletzt Botschaften brennen.
Die westliche Welt ist empört, das alles wegen ein paar Karikaturen?

Alles halb so wild, denkt man sich da, würden die Karikaturen nicht den Propheten Mohammed darstellen, mit einer Bombe als Turban auf dem Kopf. Das stellt gleich eine zweifache Provokation für Moslems dar, einerseits wird der Prophet verunglimpft und andererseits eine ganze Religion dem Terror gleichgesetzt. Lassen wir Deutsche uns gerne pauschal als Nazis beschimpfen?

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Einem aufgescheuchten Hühnerhaufen gleicht der Europarat zurzeit, das Federvieh ist aufgescheucht vom CIA. Der hat ja bekannter- oder unbekanntermaßen ein paar Gefangene im noblen Kampf gegen den internationalen Kommunismus Terrorismus durch Europa geschleust. Vielleicht ist alles sogar noch schlimmer, vielleicht liegen da irgendwo im osteuropäischen Hinterland sogar illegale Gefängnisse des CIA, wo die “Terroristen” in ungezwungener Atmosphäre einige “Gespräche” mit netten Agenten führen dürfen.
Grund genug für die FDP-Fraktion des Bundestages eine kleine Frage an die Bundesregierung zu stellen. Als ich diese etwas seltsame Formulierung bei spiegel-online las, stellte sich mir die bedeutende Frage, was denn eine kleine Frage bzw. Anfrage sei?!
Wie sollte ich mir das vorstellen, ich ahnungsloser Politikanalphabet? Steht dann da in Berlin ein kleiner FDP-Politiker und meint: “Jenossin Merkel, ick hätt da mal ne Fraje! Können se mich vielleicht sajen, wat dat mit de Flugzeuge von de CIA auf deutschen Flughäfen so auf sich hat?�

Natürlich handelt es sich dabei nur um eine völlig unspektakuläre beamtendeutsche Formulierung. Ein kleine Anfrage (geistreich ich weiß) an das Bundestagsglossar verschaffte mir die Erleuchtung. Da stand, steht und wird immer stehen:

Anfragen

Fraktionen können die Regierung mittels Kleiner oder Großer Anfragen zu Stellungnahmen über bestimmte Sachverhalte bewegen. Kleine Anfragen werden schriftlich beantwortet und nicht beraten, sie können durch eine Veröffentlichung aber durchaus öffentliche Resonanz finden. Bei wichtigen politischen Fragen greifen Fraktionen zum Mittel der Großen Anfrage. Diese Anfragen werden schriftlich beantwortet und auf jeden Fall auch im Plenum debattiert, sofern dies von mindestens fünf Prozent der Abgeordneten verlangt wird.

Quelle: Blickpunkt Bundestag – November 2002

So ist das mit den Fragen, die Welten aus der Bahn werfen, Ozeane leer trinken und einfachen Parlamentariern einen Lebenszweck geben.
übrigens weiß ich jetzt auch, was Diäten eigentlich heißt und es sich dabei um eine Aufwandsentschädigung handelt, weil sich das Parlament mit so dummen Bürgern rumschlagen muss. Alles nachzulesen im Bundestagsglossar.

Das wäre also geschafft. Endlich große Koalition, endlich geht’s voran in Deutschland. So ist jedenfalls Grundtenor der Politikberichterstattung an diesem Abend. Hat ja etwas länger gedauert als sonst, was vielleicht auch am Applaus gelegen hat. Der Ex-Kanzler Schröder wurde nämlich mit über 10 Minuten Applaus verabschiedet.
Was mich daran immer verwundert, wer zum Teufel stellt sich auf einen Parteitag und stoppt die Zeit des Applauses? Besser noch, wer kommt auf so eine dämliche Idee, die Zeit zu stoppen? Was bedeutet es, wenn Schröder nun 12 Minuten Beifall erhält und Merkel nur 5 Minuten? Sollte Schröder lieber Kanzler bleiben? Ich nenne das Ganze das “ran-Datenbank-Phänomen”, den Zuschauer also immer mit nutzlosen Zahlen bombardieren. Nachrichten sind halt auch nur eine verkappte Version der Sportschau.
Die wichtigste Frage allerdings bleibt: Wie wird 10 Minuten Klatschen eigentlich in die Praxis umgesetzt?
Jeder der einmal im Zirkus, im Theater oder auf einem Konzert war, der wird wissen, dass dem Durchschnittsklatscher schon nach einer Minute die Handflächen auf Tellergröße anschwellen und schmerzen. Wie schwer ist es dann erst �ber 10 Minuten zu klatschen? Unsere Politiker haben entweder alle Hornhaut an den Händen oder sie haben ein System entwickelt, indem alle abwechselnd klatschen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob ich ihnen so etwas Cleveres zutrauen soll.
Nun gut, so lange sich endlich mal was bewegt in Deutschland, lass ich die Verantwortlichen auch gerne 2 Minuten länger klatschen, irgendjemand wird die Zeit schon stoppen… .