Ich muss ja gestehen, ich bin ein sehr besonnener Mensch – um nicht zu sagen ruhig. Als am Dienstag allerdings mal wieder ein altbekannter orangener DHL Zettel im Briefkasten lag, platze mir der Kragen.

Den ganzen Vormittag war ich zu hause gewesen und dieser werte Herr Paketzusteller war sich doch tatsächlich zu fein die Lieferung in den zweiten Stock zu tragen! Genauer gesagt waren es drei Pakete, für jeden Mitbewohner eins könnte man sagen. Der Typ hatte nicht mal geklingelt und einfach die Abholscheine in den Briefkasten geworfen.

Als ruhiger und besonnener Mensch hab ich nun allerdings das Problem, dass ich eben sehr schnell wieder ruhig und besonnen werde. Da das die Post weiß, schreibt sie sicherheitshalber einfach auf die Paketzettel: Abholung ab 16 Uhr des Folgetages. Bis dahin, so wissen sie, bin ich wieder beruhigt.

Dumm nur, dass diesmal meine Freundin mit beim Paket abholen dabei war. Der arme Postangestellte in der Filiale um die Ecke wusste jedenfalls nicht wohin vor Scham als er von meiner besseren Hälfte verbal am Kragen gepackt wurde. Er verwies an ein Kontakttelefon in einer Ecke der Halle, über das wir die Beschwerdestelle erreichen könnten und suchte uns schnell die Pakete raus.

Das beeindruckte nicht nur mich, sondern auch meine Freundin, anscheinend kann man sich seit neusten (oder schon lange?) tatsächlich bei der Post beschweren. Welch Fortschritt seit dem letzten Mal! Auch auf der Webseite kann man sich inzwischen viel leichter beschweren.

Das hat mich ein wenig beruhigt und meine Freundin übrigens auch. Sie schien sich sehr gut mit der Dame am anderen Ende des Beschwerdetelefons zu verstehen. Da ich aber die etwas wuchtigen Pakete nach 5 Minuten alle im Auto verstaut hatte, musste ich das Telefongespräch der beiden dann doch unterbrechen. Frauen und telefonieren – mein Gott ist das Leben manchmal klischeehaft…

Aber wenigstens hat man inzwischen das Gefühl bei der Post als Kunde ernst genommen zu werden.