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Ein kleines, leichtes Rätsel:

Ein neuer Tag beginnt recht früh, was für mich als Student recht ungewohnt ist. Aber dieses fremde Gefühl vergeht recht rasch, bin ich doch topmotiviert für mein aktuelles Praktikum in München. Das bedurfte natürlich eine Reorganisation meines Tagesablaufes. Mit 8 Stunden täglicher Arbeit muss man sich auch erstmal anfreunden, wenn man vorher seinen Tag recht locker selbst einteilen konnte. Veränderungen sind allerdings immer auch schöne Herausforderungen.

Ich fahre also ab sofort jeden Morgen in die Landeshauptstadt in die Redaktion eines jungen Magazins – bzw. eines Magazins für Junge und Junggebliebene. Die Mitarbeiter sind modern, modisch und irgendwie anders, als das, was ich bisher so zu sehen bekommen habe. Es macht Spaß mit so einem originellen Team zusammenzuarbeiten, obwohl noch alles fremd und unbekannt ist.

Da sitze ich nun also 2 Monate in der Online-Redaktion und hoffe viel mitzunehmen. Sicherlich bin ich noch unkundig im Umgang mit der Online-Community, aber das, was ich bisher erlebt habe, war wirklich toll. Das Praktikum wird mich in der Hinsicht also sicherlich verändern – was aber letztlich ja auch das Ziel eines Praktikums ist.

Was natürlich jetzt etwas zu kurz kommt, ist mein Blog – der liegt ungenutzt da und wird dummerweise derzeit wieder sehr stark durch Spam in Anspruch genommen. Aber keine Sorge ich werde schon ab und an noch zum Schreiben kommen.

Und wer nun wissen will, wo ich denn mein Praktikum mache, der schaue sich einfach die Fett geschriebenen Wörter an. Das alles sind Synonyme für das griechische Fremdwort, welches auch der Titel des Blattes ist, für das ich derzeit Arbeite. Schwer ist es nicht, aber es ist auch Freitag, da soll man nicht mehr so viel denken.

Der Zahn der Zeit nagt an meinen Knochen, genauer an meinem Fleisch. Das musste ich heute wieder schmerzhaft feststellen. Derzeit liege ich von Schmerzen geplagt auf der Couch.

Dabei hatte heute Morgen alles so gut ausgesehen, wurde ich doch auserkoren erstmalig mit dem Dienstwagen zu einer Pressekonferenz zu düsen. Ein Förderprogramm des Landes Brandenburg wurde präsentiert. Die PK war nicht der Rede wert, aber ich hatte anschließend mein erstes Minister-Interview. Etwas nervös war ich zwar, aber ich hatte ein paar brauchbare Töne gesammelt.

Als der Dienst-Ford wieder in der Tiefgarage verstaut war, unterlief mir der entscheidende Fehler. Ich ließ die Papiere des Wagens fallen und bückte mich ohne ausreichende Erwärmung der Rückenmuskulatur. So fuhr’s mir ins Kreuz – ein Hexenschuss! Der Arbeitstag war gelaufen und ich auf dem Weg zurück nach Hause.

Hier liege ich nun mit einem Wärmepflaster und mir brennt gleich der Rücken weg. Aber was soll ich tun? Diese Probleme hab ich alle viertel Jahre mal wieder. Der Arzt meint dann immer: mehr Sport, am besten Schwimmen, Rückenmuskulatur stärken usw. Insgeheim gebe ich aber der S-Bahn die Schuld, seit Tagen hab ich Rückenschmerzen von diesen unergonomischen Sitzen!

Warum passiert mir das immer, wenn ich den Arsch voll Arbeit habe? Und warum nur werden diese doofen Pflaster immer so heiß?! Selbstmitleid ist schön…

Die Straßenumfrage gehört wohl für jeden Praktikanten eines Radiosenders zum täglich Brot. Es ist ein ständiger Kampf gegen flüchtende Passanten und maulfaule Mitbürger – immer auf der Suche nach dem perfekten O-Ton. Da unterhält man sich schon mal 5 Minuten mit einem Rentner über die „gute alte Zeit“. Schließlich könnte er einen passendes Wort fallen lassen.

Dass ebendiese Rentner extrem militant sein können, wird jedem Praktikanten sehr schnell klar. „Mit Leuten wie ihnen red ich nicht!“, ist ein Statement, welches beim ersten Mal schon ganz schön in die Glieder fährt. Kennt der Herr mich etwa? Was hab ich ihn denn getan? „Sie sind ein total beschissener Sender“, wird dann meist noch nachgeschoben und wild gestikulierend auf das Mikrofon mit dem Senderlogo gezeigt. Freundlich verabschiedend zieht man dann besser von dannen, wenn man nicht in eine Wertediskussion verwickelt werden möchte.
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Es ist schon witzig, wie sich die Damen und Herren von der Presse so in freier Wildbahn verhalten.

Heute durft ich auf die erste Pressekonferenz meiner Praktikantenkarriere beim Radio – und dann gleich zu Hertha BSC. Zu zweit machten wir Praktikanten uns auf, um die Geschäftsstelle des Fußballclubs aufzusuchen. Überrascht waren wir von dem üppigen Büffet, das für die Sportreporter bereitstand. Lange konnte man sich daran aber eh nicht erfreuen. Wie Bienen fielen plötzlich alle möglichen Journalisten über das Essen her und schon nach kurzer Zeit, war alles in den Mägen der Anwesenden verschwunden.

Die Pressekonferenz war für mich natürlich höchst unterhaltsam, für die anwesenden Reporter eher nicht. Viele Fragen wurden nicht gestellt, nur der Wechsel von Ashkan Dejagah zum VfL Wolfsburg stieß auf reges Interesse. Nach der Konferenz wurden noch einige O-Töne von Dieter Hoeneß geholt und schon gings zurück in die Redaktion. Dort schnell die Aufnahmen ins Redaktionsystem überspielt und schon zur nächsten Pressekonferenz.

Amanda Lear lud die Presse zu der Vernissage ihrer Ausstellung Omnia in der Galerie Friedman-Hahn. Die Disco-Queen der 70er ist nämlich passionierte Malerin und war in ihrer Jugend gar die Muse des großen Salvador Dalí. Überraschend war für mich aber die Lockerheit der Dame, die den Kamerateams mit sichtlichem Stolz ihre Bilder präsentierte. Späßchen machend und gar nicht abgehoben wirbelte sie durch die Gallerie, verfolgt von einen Pulk Kameras und Fotografen.

Wie eine Diva führte sich allerdings die Reporterin vom ZDF auf. Die war etwas sauer, weil die Pressekonferenz nicht nach ihrer Vorstellung lief und alles etwas chaotisch war. Besonders unhöflich waren sie auch: Als der Galerist Friedmann-Hahn das Wort ergriff, schalteten sie demonstrativ ihre Kamera aus. Tjaja, der Boulevard-Journalismus… Wengistens hatten wir unsere O-Töne und konnten uns höflich verabschieden.

Die Bilder sind übrigens echt Klasse, auf der Webseite der Galerie kann man sich die Bilder schon mal ansehen. Ab 20. Februar ist die Austellung dann auch für alle Geöffnet.

Was hab ich also heute gelernt? Presseleute essen gern, sind dann ziemlich gelangweilt und äußerst oberflächlich.

Es war ganz schön ruhig die letzten Tage – leider nur im Blog. Mich zog es nämlich am Wochenende nach Berlin, bzw. ich zog dort hin. Kurzfristig konnte ich vor meinem Urlaub (hab ich den noch gar nicht erwähnt?) letzte Woche noch ein Praktikum beim Berliner Rundfunk ergattern können.

Seit gestern werkele ich nun fleißig beim Radio und bin ziemlich erschlagen von dem ganzen Workflow. Aber ich bin ganz gut dabei, alles zu lernen. Noch laufen mir die Leute bei Straßen-Umfragen in Scharen davon. Das wird noch, meine Praktikanten-Kollegen und natürlich auch die richtigen Redakteure helfen einem immer schön, wenn’s mal irgendwo hakt.

Es ist schon sehr faszinierend zu sehen, wie schnell hier Nachrichten gemacht werden. Vom klingeln des DPA-Eilmeldung bis hin zum fertigen Beitrag mit O-Tönen vergehen da manchmal nur 20 Minuten. Mir macht es jedenfalls ziemlich viel Spaß. Heute gab es sogar Groupies im Foyer des Medien-Zentrums: Nevio, Ex-Superstarkandidat, war zu Gast beim Nachbarsender. Gesehen hab ich ihn allerdings nicht, was mir aber irgendwie nicht sonderlich viel ausgemacht hat.

Leider, leider, hab ich nun viel weniger Zeit meiner Blogger-Leidenschaft nachzugehen. Jeden Tag ein Beitrag zu schreiben, werde ich wohl nicht durchhalten, aber es wird regelmäßig was Neues aus der Berliner Provinz geben.