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Ich hab mir was geleistet, ein neues Telefon, genauer gesagt ein G1 von HTC – das kleine schwarze Google-Handy. Sicherlich ein typisches Männerspielzeug, aber nebenbei auch ganz nützlich für die tägliche Arbeit. Vor allem, wenn man schnell auf Mails und andere Infos zurückgreifen muss, schließlich arbeite ich gerade an einem PR-Projekt für ein großes Logistikunternehmen – da möchte ich auf dem Laufenden sein.

Da sind die 350 Euro für das Gerät in meinen Augen ganz gut angelegt – zumal mein altes Handy schon aus dem letzten Loch pfiff. Wie gesagt, ich hab mir das Gerät gekauft, nicht subventioniert mit dicken T-Mobile-Vertrag. Mindestens 45 Euro müsste man dafür 24 Monate abdrücken, für mich als Wenigtelefonierer ein bisschen happig, vor allem da es günstigere Alternativen gibt.

Für Datenhungrige gibt es bei Simyo beispielsweise ein Gigabyte Datentransfer für 10 Euro pro Monat an. Um dann auf die 45 Euro von T-Mobile zu kommen, müsste ich schon ein paar Stunden telefonieren. Bei Base gibt’s dank einiger Rabatte für 20 Euro Telefon- und Internetflat.

All das, wusste ich, als ich mir das G1 im Elektronikfachmarkt um die Ecke gekauft habe, obwohl ich mich sehr ungern mit Telefontarifen auseinandersetze. Trotzdem fragte mich der “Fach”-Verkäufer mit ungläubigen Blick, ob ich das Handy tatsächlich ohne Vertrag kaufen wolle – schließlich fallen ja horrende Datentransfer-Kosten an.

Dass die T-Mobile-Tarife eine Unverschämtheit sind, konnte er nicht wirklich nachvollziehen und natürlich auch nicht, dass es günstigere Alternativen gibt. Schließlich gibt es nur bei den großen Zweien die supertolle D-Netz-Qualität.

Dass für 80% der deutschen Handy-Nutzer ein ganz simpler Blau/Simyo/Aldi-Talk-Prepaid-Tarif ausreichend sein sollte, hat sich leider noch nicht rumgesprochen. Aber die Kunden mit überteuerten Verträgen und meist total unnützen Freiminuten/-sms zu versorgen, bringt halt die fette Provision.

Am Ende bezahlen das aber die treuen Vertragskunden, die sich trotzdem immer wieder gern 24 Monate an die Anbieter binden. Solange die Kunden in Deutschland bereitwillig solche Preise zahlen, wird sich daran allerdings nichts ändern. Ich kenne immer noch genug Leute, die einen dieser Fantast-Tarife zahlen, nur um ein neues Handy zu bekommen.

Ich komme mit meinen G1 und E-Plus-Netz jedenfalls deutlich günstiger weg, obwohl ich das Telefon gekauft habe.

Chinesen stehen ungemein auf Karten. Egal ob Spielkarten, Visitenkarten, ID-Karten oder irgendwelche Rabatt-Karten. Das hat manchmal den Nachteil, dass man immer mit einem Stapel an Karten in der Brieftasche herumläuft und die dann irgendwann aussieht wie die Tasche am Fahrrad eines Postboten. Es gibt aber auch ein paar Karten, die einem das Leben ungemein erleichtern. Zwei davon wollte ich mir heute kaufen.

Die Erste war eine IC-Card für die ÖPNV. Quasi eine Prepaid-Karte für Bus und U-Bahn. Die U-Bahn wird dadurch zwar nicht billiger, aber man muss sich nicht immer an die ewig lange Schlange am Ticketschalter stellen. Einfach schnurstracks zum entwerter getingelt und *PIEP* 20 Cent gehn runter. Das coolste ist aber, das Busfahren wird noch billiger mit der Karte, statt 10 Cent bezahlt man teilweise nur noch 4. Man kann schon unglaublich viel Geld sparen in China.

Gut vorbereitet, wie ich nunmal immer bin, hatte ich mir schon einleuchtende Gesten und Geräusche einfallen lassen, um zu erklären was ich wollte. Beim Kauf der Karte geriet allerdings tatsächlich ich an einen Ticketverkäufer der Englisch konnte – eine Premiere für mich! So problemlos hatte ich mir das nicht vorgestellt. Wenn mans am wenigsten erwartet, überrascht einen China immer wieder.

Die zweite Karte, die ich mir besorgte, war wieder eine Prepaid-Karte, diesmal allerdings für mein chinesisches Prepaid-Handy. Ich stürmte als einfach in den nächstbesten Handyladen und brüllte wild gestikulierend “RECHARGE, RECHARGE”. Ob ihrs glaubt oder nicht: Wieder wurde mir im feinsten Englisch geantwortet. Boa – heute kam ich mir echt ein bisschen dämlich vor. Plötzlich sprechen hier alle Englisch. Nach dem Erwerb der Karte, wollte ich dann natürlich gleich mein Handy aufladen. Allerdings war mein Handy so leise -bzw. meine Umwelt so laut – dass ich nicht hörte, was ich denn nun drücken sollte.

So saß ich dann also kurze Zeit später in meinem stillen Kämmerlein und hörte, was mir von der chinesischen Dame in etwas schwer verständlichen Englisch aufgetragen wurde: “Press One-Pfffrrkkkt-Key and fakldö akdl” Ich hörte mir die Bandansage mehrmals an, bis mich die Stimme irgendwann abwürgte: “Your input ist incorrect -TUUUUT”. Das konnte doch nicht sein! Genau das was ich drücken sollte, verstand ich einfach nicht.

Zum Glück gibt es ja das Internet und ich konnte nach ein wenig Recherche eine kleine Anleitung finden, die mich zum Ziel brachte meine China Mobile Prepaid Karte (<-SEO :) ) aufzuladen. Ich werde die hier mal als kleine Hilfestellung veröffentlichen. Falls mal jemand in die dumme Lage kommt, nur Pfffrrkkkt-Key zu verstehen, dann gibts hier die Lösung in vier Schritten:

  1. Recharge-Karte kaufen und PIN-Nummer freirubbeln, kennt man ja von unseren Prepaidkarten auch.
  2. 13800138000 anrufen. Kurz darauf fängt eine Dame an auf Chinesisch Anweisungen zur erteilen, hier einfach 2 drücken. Jetzt spricht sie Englisch. Zum abhören des Guthabens könnte man jetzt wieder 2 drücken, zum Aufladen drücken wir allerdings die 1.
  3. Jetzt kommt die PIN-Nummer zum Einsatz. Aber vorher drücken wir 1# gefolgt vom PIN. Zum Schluss geben wir noch mal die # ein.
  4. Nun sagt die Bandstimme am anderen Ende, dass man sich einen Moment gedulden soll und schreit dir dann kurz danach dein neues Guthaben ins Ohr.

Jetzt hab ich wieder genug Geld auf der Karte und man kann mich wieder anrufen – denn Gespräche kosten, egal ob man angerufen wird oder selbst anruft, immer 6cent. Also immer schön aufgeladen lassen die Prepaid-Karten!

Pfffrrkkkt-Key sollte übrigens Pound-Key, also Rautetaste heißen, wem es sich bis jetzt noch nicht erschossen haben sollte.