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Augsburg, Großstadt mit Herz? Als Einheimischer wird man an dieser Stelle sicherlich etwas verwundert mit dem Kopf schütteln – diese verrückten Zugezogenen.
Gerade hier, wo selbst der alteingesessene Augsburger behauptet, dass das Quaken der Enten sich eher nach Granteln anhört, soll Freundlichkeit herrschen?
TaubeGut ganz so weit möchte ich dann doch nicht gehen aber kommen wir auf den Punkt.
Ich lief nach einem anstrengenden Seminar zur Straßenbahnhaltestelle der Universität. Natürlich fuhr meine Tram grade davon, als ich um die Ecke bog. Doch dann stoppte sie kurz, bimmelte, ruckte noch mal nach vorne und fuhr dann weiter. Das ist nichts Ungewöhnliches, vielleicht, so dachte ich, war nur wieder ein wahnsinniger Student über die Schienen gerannt. Doch weit gefehlt! Denn auch die Bahn, die aus der anderen Richtung kam, stand da, über den Fußgängerübergang humpelte nämlich ganz gemütlich eine Taube und machte dabei einen sehr bemitleidenswerten Eindruck. Der Tramfahrer ermutigte die Taube mit freundlichen Gesten die Schienen zu überqueren und fuhr, als das erledigt war, gut gelaunt weiter. Die Taube humpelte unterdes weiter und verursachte bei den umstehenden Frauen mitleidige Gesichter und bei mir den Drang endlich mal wieder was in den Tierschutz zu investieren.
Diese Geschichte ist ein tolles Beispiel dafür, das nicht alle (aber eben fast alle) Augsburger Bus- und Tramfahrer grantelnde Miesepeter sind, auch sie haben ein Herz.
Das diese Erkenntnis auf einer betrügerischen Taube basiert, sei noch erwähnt. Die flog nämlich kurz danach munter von dannen. Eine ganz miese Masche von dem Vieh, wenn ihr mich fragt. Nur um besser Fressen abzustauben einen auf bedürftig zu machen.
Es ändert aber nichts an der Tatsache, dass Augsburger zwar einen rauen Umgangston beherrschen (der noch dazu für außen Stehende manchmal schwer zu verstehen ist) aber dennoch eine herzliche Art an den Tag legen können. Sehr gut ist das übrigens bei sommerlichen Biergartenbesuchen zu sehen.
Nun gut, meine Bahn tauchte in der Ferne auf und ich wusste, es ist wieder ein grantelnder Fahrer, der überfuhr nämlich fast einen ganzen Taubenschlag, der auf den Schienen hockte. Er machte auf mich eher den Eindruck, dass er auch einen Studenten überfahren würde, wenn der ihm in die Quere käme.
Aber wir wissen ja: Ausnahmen bestätigen die Regel.

Sonntag morgens halb 10 in Augsburg. Ich genieße meinen frisch gebrühten Kaffee und eine leckere Laugenstange und natürlich den wunderbaren Morgen. Doch halt, ist wirklich alles so wunderbar und perfekt? Nein, da hatte ich die Rechnung ohne Radio Fantasy gemacht. Die spielen für einen Privatsender ziemlich oft wirklich gute Musik. Die gehört bekanntlich zu einem guten Frühstück dazu und das neuste aus der Region will man ja auch noch erfahren.

Problem 1: Dei Moderatoren, die sind einfach dermaßen unlustig, selbst für bayrische Verhältnisse, dass der Hörer nach 2 Minuten entweder genervt den Sender wechselt oder einfach Blumen gießen geht.

Problem 2: Am Sonntag von 9-12 Uhr läuft der Flohfantasymarkt.
Klar der Hörer-Flohmarkt ist bei vielen Radiosendern am Wochenende gang und gebe. Bei Radio Fantasy darf aber Problem 1 nicht vergessen werden: der Moderator!

Der ist im unseren Fall Grieche und die Radiomacher von Fantasy fanden Dimitri, den Griechen aus der Bullyparade, wahrscheinlich so witzig, dass der Moderator der Sendung die ganze Zeit so redet. Sprich: Er vertauscht Silben, bzw. ganze Wörter.
Aus dem Fantasy Flohmarkt wird also der Flohfantasymarkt.
War das Ganze in der Bullyparade und später in “Der Schuh des Manitu” noch witzig, ist es Sonntag morgens im Radio doch eher nur abgenudelt und nervig. Radio Fantasy findet’s toll, die Hörer anscheinend auch, sonst würde es ja nicht schon so lange laufe. Ich find es einfach nur befremdlich. Ethno-Comedy hin oder her, irgendwann ist es halt nicht mehr lustig, siehe Erkan und Stefan (wenn die überhaupt mal lustig waren).

Also mach ich das Radio aus, die Balkontür auf und höre den morgendlichen Straßenlärm, sehr entspannend.

Der erste Gedanke zum Thema Provinzverkehr geht bei schlichteren Gemütern sicherlich völlig in die falsche Richtung. Es geht also nicht um Beischlaf in der Eifel.
Aber was f�r ein seichter Einstieg. Beginnen wir anders. Es ist wohl das einschneidenste Erlebnis eines Augsburger Studenten, am ersten Studientag mit der Straßenbahn zum Campus zu fahren. Sehr schnell wird man lernen:

“Stoßzeiten sollst du meiden!”
 

Dieses Gebot ist seit jeher in Stein gemeißelt, sicherlich nicht nur an der Augsburger Universität. Aber die Augsburger Stadtwerke schaffen es immer wieder, noch einen draufzusetzen. weiterlesen…

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