20.
Februar
2009
Eltern werden ist nicht schwer, Eltern sein dagegen sehr. Cleverer Spruch will man meinen, obwohl auch das Elternwerden durchaus schwer sein kann.
Dennoch ist das Elternsein etwas komplizierter. Vor allem Eltern, die ihr erstes Kind bekommen haben, sind extrem unsicher, was die “Instandhaltung” des Kindes angeht. Wir sind ja bekanntlicherweise mit einem extrem pflegeleichten Modell gesegnet und haben zwei kompetente Großmütter zur Hand, die sich auch vornehm zurückhalten.
Andere Eltern sind da weniger gesegnet und haben etwas kompliziertere Kinder oder nervende Schwiegereltern. Woher also wichtiges Faktenwissen zur Pflege und Handhabung von Babys finden? Bei Google?
Davon möchte ich an dieser Stelle mal aus ganzer Überzeugung abraten. Ich hab inzwischen schon einige Male nach den typischen Babyfragen gesucht, von wegen “Baby hustet, was tun?” oder “Darf man Muttermilch einfrieren?” und ganz ehrlich: Die Antworten waren bei einigen Suchanfragen wirklich erschreckend. Die Foren sind voll von Eltern, die ernsthaft erklären, man sollte Kinder nicht Impfen oder Tabletten geben, weil die Krankheiten nur von den Pharmakonzernen erfunden worden sind. Früher hätte man so was ja auch nicht gebraucht, so die Devise.
So viel hanebüchenes Halbwissen auf einem Haufen ist eigentlich immer erschreckend, aber wenn’s dann noch um die eigenen Babys geht, dann wird es fahrlässig. Ich kann also nur davon abraten, sich bei medizinischen Fragen an irgendwelche Eltern-Foren zu wenden – das verursacht nur Magenkrämpfe.
Dann lieber den Arzt fragen oder – wie eine Mutter heute in der Straßenbahn – einfach ein gutes Fachbuch lesen. Das sollte tatsächlich mehr bringen, als Google.
Hört sich komisch an, ist aber so.
