Chris fragt sich zu Recht, ob bei der derzeitigen recht flockigen Berichterstattung zum Thema Schnee nicht wieder ein wenig übertrieben wird. Denn es ist ja nicht so, als hätte keiner gewusst, dass es schneien würde. Zumal Unfälle, das Absagen von Verkehrsflügen oder reißende Stromleitungen alle Jahre wieder stattfinden, wenn das weiße Teufelszeug vom Himmel rieselt. Um den Verkehr empfindlich zu stören reichen da normalerweise schon 2 bis 3 cm, jetzt sind es gute 10-15 cm.

Das hat weitreichende Folgen – die allerdings absehbar waren. Die Wetterberichte sind übereinstimmend von dieser Schneemenge ausgegangen. Ich machte mich auch eine halbe Stunde früher als sonst auf die Socken, um rechtzeitig zu meiner Vorlesung zu kommen. Schon an der Bushaltestelle wurde klar, dass dies eine gute Entscheidung gewesen war, Wartezeit: Über 10 Minuten auf jeden Bus! Da ich keine Lust hatte im Kalten zu warten, marschierte ich einfach zur nächsten Bushaltestelle und immer weiter, als ich bemerkte, dass die Wartezeit auf den Bus immer größer wurde.
Als ich dann gut erwärmt am Roten Tor ankam, war das Erstaunen noch größer: 15 Minuten warten auf die Linie 3! Nicht schlecht für eine Straßenbahn, die eigentlich im 5-Minuten-Takt fährt. Wenigstens die Linie 2 ratterte pünktlich wie immer vom Bahnsteig, also einfach die benutzt. Auf dem Weg zur Uni hab ich dann noch einer älteren Dame geholfen, die auf dem glatten Gehweg ausgerutscht war, und kam trotzdem noch pünktlich zur Vorlesung.
Also insgesamt tatsächlich etwas mehr Chaos als sonst, aber eigentlich recht normal für einen Wintertag.