27.
November
2006
Hallo, ich bin der neue Provinzblog-Praktikant Steppo. In der Abwesenheit des gottgleichen Provinzblog-Herrschers, habe ich die Erlaubnis erhalten, hier ein paar Gedanken niederzulegen. Die ersten dieser Mental-Notizen beschäftigen sich mit der Sache, die Frauen am meisten beschäftigt: dem brauen Gold. Frauen vernaschen lieber Schokolade als Kerle, sagt die “Elle”. Kein Wunder: Die süße Droge macht nicht nur glücklich, sondern auch high…
Erzähle ich Frauen in meinem Freundeskreis von Arbeitsstress oder Beziehungsproblemen, bekomme ich immer wieder denselben ausgesprochen praktischen Tipp: „Mach dir doch ‘ne Schoki auf. Das hilft.“ Ach, wirklich? Es ist stets derselbe Ratschlag. Schokolade hilft demnach auch bei Schlaflosigkeit, Schluckauf und Reifenpannen.
Aber warum glauben Frauen eigentlich, alle Probleme ließen sich mit Schokolade lösen?
Jaja, ich weiß – viele Damen werden jetzt sagen: „Aber in Schoki ist doch ein Glückshormon!“ Serotonin, der Botenstoff der guten Laune. Der Mr. Big der Zungenspitze. Der Gärtner aller Geschmacksknospen. Aber, liebe Frauen, wo ist euer Glückshormon, wenn ihr zwei Tage später auf der Waage steht und fragt: „Schatz, findest du mich zu dick?“ Soviel Serotonin kann Mann da gar nicht im Blut haben, um in solchen Situationen nicht das Falsche zu sagen.
Trotzdem: Das schmelzzarte Gold ist überaus beliebt bei der Damenwelt. Besonders positiv wirkt Schokolade während der paar Tage im Monat aus. Denn das Östrogen verstärkt die stimmungs- aufhellende Wirkung der Schokolade. Schuld sind also wieder mal die Hormone. Das erklärt Sätze wie: „Lass das Schatz, heute nicht – aber gib mir doch mal die Amicelli rüber.“ Szenen wie diese führen die Männerwelt zu der bitteren Frage: Ist Schokolade besser im Bett als wir? Was hat sie, was wir nicht haben? Die Bettwäsche sauen wir beide ein. Und dick machen wir auch. Okay, mit ein paar Monaten Verzögerung – aber dafür dann gleich so richtig. Ja gut, sie schmeckt besser, die doofe Schokolade. Verdammt! Wenn sie nicht weiblich wäre, würde ich ihr alle Riegel brechen.
Denn der zartbittere Verdacht bestätigt sich: Laut der Zeitschrift „Elle“ verzichten 50% aller Frauen lieber auf Sex als auf Schokolade. Statt einem süßen Typen wird dann eben eine Tafel aufgerissen. Wer hätte das gedacht? Frauen ist Schokolade wichtiger als Sex. Mit anderen Worten – wenn der Sarotti-Mohr um die Ecke kommt, zieht Mann den Kürzeren. In jeder Hinsicht. Frauen lieben ihre Schoki. Kein Wunder: Schokolade enthält Phenylethylamin, eine Substanz, die bei Verliebten verstärkt ausgeschüttet wird. Ich denke da nur an die kichernde “Celebrations”-Clique aus der Werbung:
„Und wen vernaschen wir als nächstes?“
Ich glaube, wenn Frauen könnten, würden sie Willy Wonka aus „Charlie und die Schokoladenfabik“ heiraten: Johnny Depp in der Rolle des besten Schokoladen-Fabrikanten der Welt – besser geht’s doch gar nicht, oder? Davon abgesehen scheint es fast, als müsste es im Filmtitel nur um Schoki gehen, und schon kommt der Streifen bei Frauen super an. Man denke nur an Filme wie „Chocolat“ (auch mit Johnny), „Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück“ oder auch „Die Ritter der Tafelrunde“.
Aber es kommt noch dicker: In Schokolade befindet sich auch Anandamid – ein THC ähnelnder Rauschstoff. Das ist es also… Frauen naschen sich high! Sie knuspern sich das Gehirn weg! Ich sehe es vor mir: Langhaarige Schokijunkies treffen sich zu GilmoreGirls-DVD-Abenden, den heimlichen Jointrunden, bei denen die Tafel rumgeht.
„Hey Mädels, ich hab 100 Gramm feinstes Lindt hier. Frische Kakao-Ernte aus Kolumbien. Ein Schokisplitter – und du drehst ab.“
„Woah geil, lass uns mal nen Riegel durchziehen.“
Unglaublich, was Schokolade alles bewirkt: Glücksempfinden, Rauschzustände und das Gefühl, verliebt zu sein. Schoki-Junkies müssten also glücklich und völlig bekifft auf Wolke 7 schweben – zumindest, wenn die Wolke sie nach all den Schokoladen noch tragen könnte.
In einer amerikanischen Umfrage erklären sich 39 Prozent der Frauen für schokoladensüchtig. Wer weiß, wie hoch die Dunkelziffer liegt? Die Sucht greift um sich. Die Schokoladen-Zigaretten in der Kindheit waren doch nur der Anfang. Es wird höchste Zeit, dass alle schokolade-haltigen Produkte einen Aufdruck bekommen: „Schokolade macht high, dick und glücklich.“ „Naschende haben weniger Sex.“ „Passivnaschen fördert den Speichelfluß.“ Wir müssen dem einen Riegel vorschieben, bevor es zu spät ist. Bleibt nur die Frage: Mars delight oder Amicelli?
Steppo
