Alle Beiträge mit dem Tag: SPAM


In letzter Zeit häufen sich die PR-Anfragen von kleineren Firmen, darin wird meist erbeten über verschiedenste Dinge zu schreiben. Billige Werbung für die einen, Aufwertung des Egos für die anderen.

Da ich allerdings nur über Sachen schreibe, die ich per Paket geschickt bekomme, hält sich Werbung bei mir hier glücklicherweise in Grenzen.

Eine ganz neue Masche, um an Verlinkungen zu kommen, durfte ich heute in meinem Mailpostfach bewundern. Da fragt mich eine Nadia Weltenberg ganz nett, ob ich denn ein kleines Interview geben könnte.

Sehr geehrter Herr Geißler,

ich betreibe den Blog internet-modell.de und möchte meinen Lesern öfters mal einen besonderen „Leckerbissen“ präsentieren – sprich: interessante Erfahrungsberichte und Interviews. Mir gefällt Ihr Blog inhaltlich sehr gut. Hätten Sie Lust, sich für ein kurzes schriftliches Interview zur Verfügung zu stellen? Die ganze Sache dürfte nicht länger als 10 Minuten in Anspruch nehmen. Für Sie wäre das eine günstige Gelegenheit, den ein oder anderen neuen Leser für Ihr Blog zu gewinnen ;-)

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir die unten aufgeführten 5 Fragen kurz und knackig beantworten:

Frage 1
Stellen Sie Ihr Blog bitte kurz vor!

Frage 2
Wie haben Sie mit Ihrem Blog angefangen?

Frage 3
Welche technischen Hilfsmittel benutzen Sie?

Frage 4
Welche Themen interessieren Ihre Benutzer am meisten?

Frage 5
Welche Ziele haben Sie sich in Bezug auf Ihr Blog gesetzt und sind diese erreicht worden?

Bitte schicken Sie mir noch ein Bild von sich oder Ihrer Internetpräsenz/Blog/Firma mit!

Ich bedanke mich für Ihre Mühe! So bald wie möglich werde ich Ihnen die URL zu diesem Blog-Beitrag zukommen lassen und würde mich über eine Erwähnung des Artikels Ihrerseits sehr freuen!

Mit freundlichen Grüßen,
Nadia Weltenberg

Da ich ja nicht einfach irgendwem Interviews gebe, begab ich mich natürlich erst einmal auf die genannte Webseite. Viel ist da nicht los, bemerkenswert ist allerdings, dass im Impressum statt einer Nadia Weltenberg eine Penka Ivanova Dimitrova aus Bulgarien vermerkt ist – na wenn da mal nicht gleich die Alarmglocken angehen. Und wäre die Verwirrung nicht schon groß genug, wird als Autor im Blog noch ein Ralf Kettler erwähnt, sehr dubios das ganze.

Eine kleine Recherche bringt dann zutage, was mir sowieso schon dämmerte. Bezeichnenderweise gibt’s die ausführliche Antwort im IT-Psycho-Blog vom Namensvetter Sebastian Geisler. Der wurde vor Kurzem nämlich mit derselben Mail belästigt und hat sich mal umgesehen. Kurz gesagt geht es bei dieser ganzen Aktion vor allem um eins: um Backlinks.
Wer ein Interview gegeben hat, der wird darüber berichten und einen Link zur obigen Internetadresse setzen. Je mehr Links nun auf eine Internetadresse verweisen, desto wertvoller wird sie. Denn Backlinks sind von immenser Bedeutung für Suchmaschinen, sind sie doch die Währung, die zeigen, wie wichtig eine Internetseite ist.

Frau Weltenberg a.k.a Dimitrova a.k.a Ursula Schmidt-Stafford hat also jede Menge Internetadressen gekauft und möchte diese im Wert steigern. Eine Liste von diesen Domains findet ihr ebenfalls im IT-Psycho-Blog. Dort wird auch erklärt, was eine Verlinkung für Einfluss auf den eigenen Suchmaschinenrang haben kann. Also auf keinen Fall ein Interview geben!
Was mich jetzt noch stört, ist, dass ich scheinbar in irgendeiner Spam-Datenbank gelandet bin, da Sebastian Geislers IT-Blog und ich innerhalb weniger Tage angeschrieben worden sind, gehe ich mal von einer alphabetischen Vorgehensweise aus. Irgendwie blöd.

Noch seltsamer ist aber, dass der andere Sebastian genau Zitat-Zeichen im Blog benutzt wie ich… unheimlich.

Das Internet ist vielleicht ein anonymer Ort, was aber nicht heißt, dass sich keiner um uns sorgt. Die Lena Sophie z. B. hat mir heute eine wirklich interessante Mail geschickt:

Betreff: Schutz vor Aids mit Kondomflatrate

Aids breitet sich immer weiter aus. Es wird ein weltweites Problem.
Daher wird der Schutz vor Aids immer wichtiger.
Aus diesem Grund bekommt man an vielen Stellen Kondome für lau.
Oftmals ist es aber gerade jungen Menschen peinlich diese Stellen zu nutzen.

Wir haben eine Lösung:

http://www.***

Anmelden, Bestätigungslink klicken und Kondom erhalten.
Einfach, unkompliziert und sicher

http://http://www.***

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Sie erhalten diese Email, weil sie sich auf einem unserer Portale angemeldet haben.
Sollten sie unsere Neuigkeiten nicht mehr bekommen wollen, können sie sich hier austragen:

http://www.***

Das ist doch mal ein Service! Ich hatte mich zwar nie auf einem Portal angemeldet, aber war natürlich froh, dass ich dieses tolle Angebot trotzdem bekommen habe. Ich bin natürlich gleich auf die angegebene Webseite gesurft. Schließlich war es mir bisher immer peinlich mir Kondome zu besorgen, sei es für lau oder gegen Bezahlung.

Auf der Webseite animierten mich Bilder von ansprechenden jungen Damen dazu, mein Vorhaben auch wirklich umzusetzen. Nicht nur dass, zusätzlich zu den Kondomen konnte ich tatsächlich noch eine hochwertige Bierzapfanlage gewinnen! Was braucht der Mann mehr? Bier und Kondome! Die Frauen kommen da doch quasi von alleine zugelaufen!

Stutzig wurde ich ein wenig, als ich las, dass ich für 12 Monate Kondomversorgung 96 Euro zahlen sollte. Hieß es nicht in der Mail Kondome für lau? Und was heißt hier Kondomflatrate, wenn ich dann für diese 8 Euro im Monat nur 12 Kondome bekomme? Beim Edeka sind sie auch nicht viel teurer, bieten die etwa auch eine Flatrate an?

Aber egal, schließlich bekam ich als Neuanmelder ein kostenloses Kondom zur Verfügung – nicht zu vergessen das Gewinnspiel mit der Zapfanlage. Es ist echt erstaunlich, wie human manche Unternehmen doch noch sind. Zusätzlich boten sie nämlich noch 14 Tage Rückgaberecht an. Falls also eine von den Weibern schwanger werden sollte, würde ich die Teile einfach wieder zurückschicken. Ich lass’ mich ja nicht verarschen.

Also ich weiß nicht, wie es euch geht, aber derzeit habe ich mit einer starken Spamwelle hier im Blog zu kämpfen.

Seit heute Morgen 8 Uhr hab ich bis jetzt 42 Kommentar-Spams zu verzeichnen. Vollgestopft sind die größtenteils mit irgendwelchen dämlichen Links, die auf noch dämlichere Seiten führen, um dämliche User dämliche Viren und Trojaner anzudrehen. Der Rest des Spams preist billige Potenzmittel, Medikamente, kostenlose mp3s und Brustvergrößerungen an.

Als verantwortungsbewusster Blog-Admin habe ich natürlich schon vor geraumer Zeit Akismet als Spamschutz eingerichtet. Der filtert mir völlig selbstlos den ganzen Mist aus dem Blog und sorgt dafür, dass keiner dieser Schmuddel-Links an die werte Leserschaft weitergegeben wird.

Seit der Installation von Akismet vor etwa einem halben Jahr wurden bereits 11309 Spams gefiltert. Derzeit ist es aber, wie schon erwähnt, sehr extrem. Innerhalb von zwei Tagen 700 Spamkommentare zu erhalten ist in diesen Tagen keine Seltenheit.

Bei dieser Masse an Müll kommt es logischerweise vor, dass der ein oder andere Spamkommentar doch durch den Filter rutscht und ich ihn manuell löschen darf. Eine Arbeit, die in den letzten Wochen sehr zu genommen hat und mich extrem nervt – so macht das keinen Spaß!

Laut Automattic, der Firma hinter Akismet, sind derzeit rund 95% der Blog-Kommentare aus Spam. Im April konnte ein massiver Anstieg der Spamaktivität verzeichnet werden.

Wie sieht’s bei euch aus, ist die Spamwelle auch schon bei euch angerollt?

PS: In den paar Minuten, in denen ich diesen Beitrag geschrieben habe, filterte Akismet mir übrigens erfolgreich drei weitere Spammkommentare heraus.

Und nicht vergessen: In nur 8 Monaten ist Weihnachten, sollte man im Hinterkopf behalten!

Zeitumstellungen sind schon ziemlich bescheuert, irgendwie stimmt das vorne und hinten nicht und am Ende komm ich nicht ins Bett, weil ich nicht weiß, wie spät es ist.

Manchmal hat es aber auch sein Gutes. Als ich gerade bei Spiegel-Online vorbeisurfe, um mich auf den neusten Stand zu bringen, entdecke ich das hier:

SPAM auf Spiegel.de

WAS?! Nur für kurze Zeit?! Da muss ich doch draufklicken! Doch das verwirrt noch mehr. Putin und Kanzlerin Merkel sind auf einem für Spiegel-Online untypisch großem Bild zu sehen und fallen sofort ins Auge. Puntin wird per Sprechblase – Wir haben die Afghanen nicht ermordet, damit ihr die Gräber schändet – in den Mund gelegt. Merkel antwortet mit: Das ist mir klar!.

Wo bin ich hier bloß gelandet?!

Der Blick auf das schwarze Banner macht dann deutlich, worum’s geht: Satire@Spiegel-Online. Hier will uns der Spiegel anscheinend regelmäßig mit bitterbösen Texten, Fotos und sogar Videos versorgen. Beim Überfliegen der Seite kommt mir augenblicklich Satiremagazin Titanic in den Sinn und das ist kein Zufall. Hinter der Seite steht u.a. der ehemalige Chefredakteur und Partei-Parteivorsitzender Martin Sonneborn.

Die Seite wirkt noch etwas leer, aber eigentlich soll es ja auch erst morgen, am 1. November losgehen. Das sagt jedenfalls diese Pressemitteilung hier. “Komisch wie die ‚Zeit’, seriös wie Focus-TV, aktuell wie der Winterfahrplan der Deutschen Bahn – das ist unser Ziel.” Wenn die Seite nur halb so witzig wäre, wie dieser Satz von Sonneborn, dann hätten sie mit mir einen neuen Stammleser. Derzeit sind die Texte allerdings sehr Flach und fast schon zu gewollt politisch unkorrekt.

Der Clip “Hinterbänkler Heute” ist meiner Meinung nach der derzeitig einzige Höhepunkt auf der Seite. Wer Sonneborn hier in Augsburg verpasst hat, der kann ihn sich dort live und in Farbe im Videoclip ansehen.

Warum eine mehr oder weniger seriöse Nachrichtenquelle, wie Spiegel-Online unbedingt eine Satire-Rubrik braucht, die auf der gleichen Schiene wie Titanic fährt, kann ich zwar nicht nachvollziehen, Es ist aber auch schon fast 2 oder 3 Uhr…alles verwirrend.