Es geht ja die Mär, dass die 60.000 Taxifahrer in Peking alle ein paar Sätze Englisch gelernt haben, um die internationalen Fahrgäste bei den Olympischen Spielen auch zu verstehen.
Von den vielen, vielen Taxifahrern, denen ich inzwischen begegnet bin, sprachen vielleicht zwei rudimentäres Englisch. Der Rest der Meute guckte mich nur meist ungläubig an und schwallte mich auf Chinesisch voll als würde ich es irgendwann verstehen, wenn sie es nur oft genug wiederholen. Die Realität sieht also dann doch etwas anders aus im Olympiajahr 2008.
Touristen sollten im Zweifelsfalle sowieso eher die U-Bahn nehmen, schließlich will man ja rechtzeitig bei den Sportveranstaltungen sein und nicht noch stundenlang mit den Taxifahrern lamentieren. So sieht es bei den normalen Touristen des kommunistischen Staates aus.
Getreu dem Orwellschen Motto “Alle Tiere sind gleich, aber andere sind gleicher”, wird dem gut betuchten Manager und VIP ein in Englisch ausgebildeter Taxifahrer zur Seite gestellt und nicht nur dass, er soll auch über hervorragende Fahrfähigkeiten verfügen.
Selbst das, ist bei vielen Taxifahrern in Peking keine Selbstverständlichkeit. Häufig kann man beobachten, dass Taxifahrer hier an der Ampel im zweiten oder gar dritten Gang anfahren. Warum sie das tun? Ich habe mir erklären lassen, dass viele Chinesen das Prinzip der Gangschaltung nicht wirklich durchschaut haben. Die höheren Gänge sind für sie meist die “schnellen” Gänge, weil man die ja dann einlegt, wenn man 100 oder noch schneller fährt. Wenn ich also schnell fahren will, dann muss ich auch hochschalten in die schnellen Gänge.
Von den Qualen der Allgemeinheit bekommen die VIPs natürlich nichts mit, sie sehen Taxifahrer nach internationalen Standard. So läuft das halt im Kommunismus.
Aber da die Chinesen zwar keine guten Kommunisten dafür umso bessere Geschäftsleute sind, gibt’s auch einen Service für die “normalen” Touristen. Wenn ein Taxifahrer mal wieder nur Bahnhof versteht – oder Verbotene Stadt – dann hat er die Möglichkeit einen Übersetzungsservice anzurufen. Ein Dolmetscher hilft dann beiden Seiten sich zu verständigen.
Mein Tipp lautet aber: Anstatt des ewigen Palaverns, lieber gleich ein neues Taxi suchen. Entweder der Taxifahrer kann etwas mit eurer Visitenkarte (die ihr hoffentlich habt) oder Stadtkarte anfangen oder eben nicht. Dazu braucht es keine Übersetzung. Noch besser ihr seid ein VIP, dann dürft ihr wahrscheinlich auf der Olympischen Fahrspur auf den Stadtring fahren – dann seid ihr ja gleicher.