Ich bin gewarnt! Gestern war die Welt noch in Ordnung, sie war bunt, harmlos und nett. Seit der gestrigen Polylux-Ausgabe ist jedoch alles anders! Der Beitrag “Die Lifestyle Lotsen: Trendspotting für alle” öffnete mir die Augen und ließ mich meinen Freundeskreis in einem neuen Licht sehen.

Alles schlecht?
Malen wir den Teufeln nicht an die Wand, so schlimm sind die Trendseiten im Netz auch wieder nicht. Wer lernt denn nicht gern eine neue Band kennen oder ein witziges neues Produkt? Der manipulative Nachgeschmack, stößt mir aber immer wieder unangenehm auf. Wer sich der Manipulation durch Trendseiten bewusst ist, kann sicherlich auch noch das ein oder andere von dort mitnehmen. Grad das Xtaster-Netzwerk bietet einiges. Das beste ist jedoch, auf seinen eigenen Geschmack zu vertrauen und nicht den Geschmack den man laut Trendseiten oder Freunden haben sollte.

Wir leben ja bekanntlich in einer Zeit in der Menschen vor lauter Angst als uncool und konservativ zu gelten auf Hilfe angewiesen sind. Hilfe die ihnen sagt, wie man hipp wird oder bleibt. Wer weiß denn schon immer ganz genau, was angesagt ist? Vor einigen Jahren zum Beispiel waren die Trucker-Caps noch den namensgebenden Truckern vorbehalten und kein Mensch, der irgendwie cool sein wollte, durfte mit so einem Kopfschmuck gesehen werden. Heut sieht das ja bekanntlich anders aus. Wie soll sich das trendbewusste Individuum da zurechtfinden?

Hilfe gibt’s von professionellen Trendscouts, die einem die Arbeit abnehmen einen eigenen Geschmack zu entwickeln. Verstärkt wird inzwischen auf jugendliche Amateur-Scouts zurückgegriffen, die bilden ohne Zweifel DIE Zielgruppe schlechthin und geben am meisten Geld für Mode und Lifestyle aus. Das sie unglaublich leicht zu formen sind, wird aber der entscheidende Punkt sein.
Nun gut, die ganze Geschichte ist nicht neu und hätte mich nicht weiter beschäftigt, im zweiten Teil des Beitrags geht es jedoch um eine andere Methode des Trendsettings.

Da sich Jugendliche durch den altbekannten Gruppendruck am ehesten selbst beeinflussen setzt Xtaster genau dort an.
Dem geneigten Jugendlichen werden hier “passende” Bands vorgeschlagen, die er total toll finden wird, sie schicken ihm/ihr ein Haufen Demotapes, Sticker, Poster und anderen “hippen Kram”. Damit kann der “überzeugte” Fan jetzt Werbung unter seinen Freunden machen. Feedback, wie die Band dann bei den Freunden angekommen ist, sollte natürlich auch verschickt werden. Das ganze erinnert dann vielleicht etwas an die Stasi.

Jetzt ist es vielleicht ersichtlich, warum ich meinen Freundeskreis in Zukunft sehr genau beobachten werde, wer weiß denn schon warum mir Andi eine neue Band empfiehlt?