Alle Beiträge mit dem Tag: U Bahn


Heute war hier in Peking der Tag der großen Eröffnungen und ich war so ziemlich überall dabei, schließlich will man noch seinen Enkelkindern von den aufregenden Tagen vor den Olympischen Spielen berichten.

Die erste Eröffnung fand im Untergrund statt. Heute wurden nämlich endlich die neuen U-Bahnlinien der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Besser gesagt die Linie 10. Die Olympia-Linie 8 ist natürlich noch zu, schließlich ist das Olympische Grün auch noch geschlossen.

Bei der Transferstation Huixinxijie Nankou drängelten sich schon rund 100 Chinesen vor dem Aufstieg zur Linie 10, als ich kurz vor 14 Uhr dort eintraf. Es wurde viel fotografiert und überall stand Sicherheitspersonal herum, um die aufgeregten Chinesen in Schach zu halten.

Kurz nach 14 Uhr trat dann ein schlaksiger Chinese vor die Meute und verkündete in feinsten Chinesisch (also unverständlich für mich), dass nun der erste Schwung von Menschen zur neuen Station dürfe. Schon wurde gedrängelt und gerangelt und irgendwie stand ich dann auch oben am funkelnagelneuen Bahngleis. Nicht nur das, es fuhr auch gleich eine komplett leere U-Bahn ein – so etwas hab ich ja noch nie erlebt in Peking! Ich konnte sitzen! In einer U-Bahn! Ein tolles Gefühl muss ich sagen.

Bei der Station Beitucheng ging es dann schon wieder raus, die Transferstation zur Linie 8 wollte ich mir schließlich ansehen, wie alle anderen in der U-Bahn. Also standen wir kurzum alle auf dem Bahnsteig und guckten uns staunend um. Viel gab es nicht zu sehen, es ist halt eine U-Bahnstation – trotzdem wurde von den Chinesen alles fotografiert, jedes Detail der noch ganz sauberen Station.

Ich fuhr die sehr lange Rolltreppe nach oben, um mir mal die Umgebung anzusehen, wurde aber am Eingang von einem chinesischen Fernsehteam abgefangen. Wie mir denn die neue U-Bahn-Linie gefiele, wurde ich gefragt. Sehr gut, sehr schnell und sehr sauber, besser als die dreckige Linie zwei erklärte ich. Damit es nicht ganz so unhöflich wirkte, erklärte ich dann aber noch, dass ich aus Berlin im Grunde nur mochige U-Bahnen gewohnt wäre und Peking da Lichtjahre voraus wäre. Damit war die junge Reporterin dann glaube auch zufrieden.

Für die zweite Eröffnung, die ich heute noch mitnehmen wollte, kam die Linie 10 gerade recht, fuhr sie mich doch direkt nach Sanlitun. Dort in der alten Bar-Meile entsteht gerade eine große Einkaufsstraße und mittendrin hatte heute der erste Apple-Store in Peking aufgemacht – und halb Peking wollte mal reinschauen.

So kam es mir jedenfalls vor, ich bekam bevor ich überhaupt in die Nähe des Ladens durfte ein nummeriertes Armband überreicht und musste nun warten, bis die Nummer aufgerufen wurde, dann erst durfte ich mich anstellen. So wartete ich mit ungefähr 300 Leuten in einer großen Halle auf Einlass.

Nach einer flotten halben Stunde konnte ich dann auch endlich in den Laden und wurde dort erstmal von den Mitarbeitern mit Applaus begrüßt – es war heute wohl Pflicht alle mit Klatschen zu begrüßen. Ich fing dann gleich motiviert an mich an den Geräten austoben. Ein iPod Touch war gerade frei, also spielte ich ein bisschen mit dem Ding rum und muss sagen: Ein schönes Gerät. Würde ich sofort kaufen, wenn es nicht genauso teuer wäre wie in Deutschland. Trotzdem ein tolles kleines Surf-Videoguck-und-Musikhör-Gerät, finde ich sehr praktisch.

Ich frage mich allerdings, wie sich die ganzen Chinesen um mich herum diese wirklich teuren Geräte leisten wollen. Begeistert sind sie jedenfalls alle von Apple. Nur einer fehlte auf der Party, das iPhone. Das gibt es offiziell noch nicht in China, aber trotzdem wurde gekauft wie blöd. Jeder Dritte hatte eine iPod-Schachtel in der Hand – verrückt, verrückt.

Vor der zweiten Etage hatte man übrigens einen sehr schönen Blick auf die Wartehalle und den „Warteplatz“, den ich euch nicht vorenthalten möchte.

Zwei Eröffnungen an einem Tag und ich muss sagen, wir könnten uns eine Scheibe abschneiden. Wenn ich mich zurückerinnere, wie völlig bescheuert sich manche bei Media-Markt-Eröffnungen in Deutschland so aufgeführt haben, dann war das heute eine sehr gesittete und ordentliche Angelegenheit. Aber ich muss natürlich auch sagen, dass die Chinesen seit ein paar Monaten Anstell-Training bei Bus und U-Bahnstationen verordnet bekommen haben, das zeigt jetzt anscheinend Wirkung.

Chinesen stehen ungemein auf Karten. Egal ob Spielkarten, Visitenkarten, ID-Karten oder irgendwelche Rabatt-Karten. Das hat manchmal den Nachteil, dass man immer mit einem Stapel an Karten in der Brieftasche herumläuft und die dann irgendwann aussieht wie die Tasche am Fahrrad eines Postboten. Es gibt aber auch ein paar Karten, die einem das Leben ungemein erleichtern. Zwei davon wollte ich mir heute kaufen.

Die Erste war eine IC-Card für die ÖPNV. Quasi eine Prepaid-Karte für Bus und U-Bahn. Die U-Bahn wird dadurch zwar nicht billiger, aber man muss sich nicht immer an die ewig lange Schlange am Ticketschalter stellen. Einfach schnurstracks zum entwerter getingelt und *PIEP* 20 Cent gehn runter. Das coolste ist aber, das Busfahren wird noch billiger mit der Karte, statt 10 Cent bezahlt man teilweise nur noch 4. Man kann schon unglaublich viel Geld sparen in China.

Gut vorbereitet, wie ich nunmal immer bin, hatte ich mir schon einleuchtende Gesten und Geräusche einfallen lassen, um zu erklären was ich wollte. Beim Kauf der Karte geriet allerdings tatsächlich ich an einen Ticketverkäufer der Englisch konnte – eine Premiere für mich! So problemlos hatte ich mir das nicht vorgestellt. Wenn mans am wenigsten erwartet, überrascht einen China immer wieder.

Die zweite Karte, die ich mir besorgte, war wieder eine Prepaid-Karte, diesmal allerdings für mein chinesisches Prepaid-Handy. Ich stürmte als einfach in den nächstbesten Handyladen und brüllte wild gestikulierend “RECHARGE, RECHARGE”. Ob ihrs glaubt oder nicht: Wieder wurde mir im feinsten Englisch geantwortet. Boa – heute kam ich mir echt ein bisschen dämlich vor. Plötzlich sprechen hier alle Englisch. Nach dem Erwerb der Karte, wollte ich dann natürlich gleich mein Handy aufladen. Allerdings war mein Handy so leise -bzw. meine Umwelt so laut – dass ich nicht hörte, was ich denn nun drücken sollte.

So saß ich dann also kurze Zeit später in meinem stillen Kämmerlein und hörte, was mir von der chinesischen Dame in etwas schwer verständlichen Englisch aufgetragen wurde: “Press One-Pfffrrkkkt-Key and fakldö akdl” Ich hörte mir die Bandansage mehrmals an, bis mich die Stimme irgendwann abwürgte: “Your input ist incorrect -TUUUUT”. Das konnte doch nicht sein! Genau das was ich drücken sollte, verstand ich einfach nicht.

Zum Glück gibt es ja das Internet und ich konnte nach ein wenig Recherche eine kleine Anleitung finden, die mich zum Ziel brachte meine China Mobile Prepaid Karte (<-SEO :) ) aufzuladen. Ich werde die hier mal als kleine Hilfestellung veröffentlichen. Falls mal jemand in die dumme Lage kommt, nur Pfffrrkkkt-Key zu verstehen, dann gibts hier die Lösung in vier Schritten:

  1. Recharge-Karte kaufen und PIN-Nummer freirubbeln, kennt man ja von unseren Prepaidkarten auch.
  2. 13800138000 anrufen. Kurz darauf fängt eine Dame an auf Chinesisch Anweisungen zur erteilen, hier einfach 2 drücken. Jetzt spricht sie Englisch. Zum abhören des Guthabens könnte man jetzt wieder 2 drücken, zum Aufladen drücken wir allerdings die 1.
  3. Jetzt kommt die PIN-Nummer zum Einsatz. Aber vorher drücken wir 1# gefolgt vom PIN. Zum Schluss geben wir noch mal die # ein.
  4. Nun sagt die Bandstimme am anderen Ende, dass man sich einen Moment gedulden soll und schreit dir dann kurz danach dein neues Guthaben ins Ohr.

Jetzt hab ich wieder genug Geld auf der Karte und man kann mich wieder anrufen – denn Gespräche kosten, egal ob man angerufen wird oder selbst anruft, immer 6cent. Also immer schön aufgeladen lassen die Prepaid-Karten!

Pfffrrkkkt-Key sollte übrigens Pound-Key, also Rautetaste heißen, wem es sich bis jetzt noch nicht erschossen haben sollte.