09.
Februar
2009
Eine beeindruckende Geschichte, die da auf der Berlinale ans Licht der großen Öffentlichkeit flimmert. Florian Gallenberger erzählt die Geschichte des deutschen NSDAP-Mitglieds John Rabe.
Als Chef der dortigen Siemens-Vertretung lebte er schon dreißig Jahre in China, als 1937 der 2. Japanisch-Chinesische Krieg mit brutaler Gewalt über die Stadt hereinbricht. Obwohl der Deutsche Mitglied bei der NSDAP ist und damit irgendwie ja Verbündeter der Japaner, rettet er während des blutigen Massakers von Nanjing über 200.000 Chinesen das Leben. Noch heute wird er von den Chinesen als “der deutsche lebende Buddha” verehrt.
Seltsamerweise war diese beeindruckende Geschichte in Deutschland lange Zeit völlig unbekannt, bis 1997 die umfangreichen Tagebücher von John Rabe veröffentlicht wurden und einen verstörenden Blick in die Vergangenheit ermöglichten. Einen Blick, der die japanischen Grausamkeiten an den Chinesen zeigt und die aufopfernden Versuche, unschuldige Leben zu retten.
Oscarpreisträger Gallenberger nimmt sich also dieser Geschichte an und besetzt John Rabe mit dem großartigen Schauspieler Ulrich Tukur, auch die restliche Cast kann sich sehen lassen. Die ersten Bilder im Trailer lassen in mir allerdings ein wenig Zweifel aufkommen, welche die TAZ dann auch recht gut zusammenfasst: “Oskar Schindler in China im Pearl Harbour Style.”
Trotzdem hört sich die Geschichte zu interessant an, als dass ich sie links liegen lassen könnte. Allein schon für Tukur würde ich mir den Film schon ansehen, aber ich denke dass ich mir zuerst mal das von Erwin Wickert herausgegebene Tagebuch von John Rabe zu Gemüte führen werde. Bis der Film am 2. April ins Kino kommt, sollte das ja zu schaffen sein.
