12.
März
2007
Drei Versuche hat es gebraucht, um endlich zu einem Live-Gig der Killers zu kommen. Diesmal konnten wir endlich auch drei Karten ergattern. Die hatten wir uns schon vor drei Monaten gesichert. Was lange währt wird endlich gut? Bei dem Killers-Konzert am letzten Samstag kann man das nur mit Abstrichen behaupten.
Gründe dafür gibt es genug, einer davon: Unglaubliche drei Mal wurde das Konzert nämlich verlegt. Von der Columbia-Halle, in den Hangar 2 des Flughafens Tempelhof und letztlich dann in die gewaltige Arena in Treptow. Und da liegt der Hund begraben.
Zwar pilgerten wahre Menschenkarawanen von der S-Bahnstation Treptower Park in Richtung Arena, die riesige Halle konnten sie allerdings nicht füllen – etwas oversized die Location. Es gab demnach eine massive Menschenanhäufung in vor der Bühne, der Rest des Publikums stand in lockeren Gruppen im Weit der Halle. Lange mussten die allerdings nicht warten, die Vorband schmetterte erstaunlicherweise schon während des Einlasses vor sich hin und viertel vor 10 ging die große Show los – und die Killers sorgten wirklich dafür.
Auf einer gewaltigen halb-transparenten Leinwand stimmten Impressionen einer mexikanisch-amerikanisch anmutenden Wüstenlandschaft ein auf die musikalische Reise nach Sam‘s Town. Mit einem lauten Knall fiel dann auch die Leinwand und ein Haufen Glitter schoss aus den Kanonen am Bühnenrand: Glamorous Indie Rock ’n Roll eben, frei nach ihrem eigenen Song.
Was dann folgte, kann man durchaus als professionelles Abspulen bezeichnen. Frontmann Brandon Flowers und seine Truppe brachten einen Song nach den anderen, ohne große Unterbrechungen, gaben artig ihre Zugaben und verschwanden dann nach gut 1 ½ Stunden von der Bühne. Diese können zwar als äußerst kurzweilig bezeichnet werden, aber leider fehlte dabei komplett die nötige mitreißende und hypnotische Art, die ein Livekonzert ausstrahlen sollte. Das konnte aus dreierlei Gründen nicht passieren.
1. Es gab ein Problem mit dem Publikum: Angezogen vom Lichte des Starruhms der Texaner kamen nicht nur das übliche Indie-Publikum auch deutlich unter 16 Jährige und deutlich über 50 Jährige waren mehr die Regel als die Ausnahme. Ich bin jetzt niemand, der sich darüber aufregt, dass alte oder junge Fans bei einem Konzert dabei sind, allerdings war dies tatsächlich mein erstes Konzert, wo Fans selbstgemalte Schilder in die Luft hielten. „Wie bei The Dome hier“ meinte einer meiner Kumpels scherzhaft noch. Verstärkt wurde das Gefühl noch von der extra aufgebauten Sitz-Tribüne. Auf der saßen natürlich ebenfalls ein paar Schild-Träger(innen). Das hier nicht wirklich die nötige Stimmung aufkam, lag auch an den üblichen Leuten, die nur rumstanden, anscheinend kein einziges Lied der Band kannten und einen die Sicht versperrten. Wahrscheinlich waren das dann größtenteils die Eltern von den unter 16 Jährigen – und davon gab es wie gesagt reichlich.
2. Dass die Masse sich nicht wirklich in Bewegung setzte, lag vielleicht aber auch an der tatsächlich sehr schlechten Beschallung in der Arena. Wie gesagt ist die eine gewaltige Halle, die diente dereinst für die Omnibusse der Stadt Berlin als Garage. Man muss sich das nun so vorstellen, dass man eigentlich vom Platz her ein Festivalgelände beschallen müsste, aber nicht voll aufdrehen kann, weil einem sonst die Halle auseinanderfällt. Was dabei raus kommt ist nicht wirklich mitreißender Sound.
3. Das alles könnte ich allerdings noch verkraften, ich hab schon weitaus schlimmeres Publikum gesehen und weitaus schlimmeren Sound gehört. Was aber enorm schwer wiegt: Scheinbar sind die Killers keine gute Live-Band. Es findet viel zu wenig Interaktion zwischen Publikum und Band statt. Da können sich die Killers noch viel von Green Day, Wir sind Helden oder sogar Herbert Grönemeyer abgucken. Die haben die Massen auf ihren Konzerten immer eisern im Griff – da singen, hüpfen und kreischen einfach alle mit, ohne dass sie’s wollen.
Die Killers spielten ihre – natürlich – trotzdem genialen Songs runter, aber mehr als ein paar „BERLIN!“-Rufe von Flowers kam nicht wirklich rum. So eine schlechte Live-Performance hat mir schon die Lust auf The Kooks und den Arctic Monkeys genommen. Vielleicht hatten sie allerdings auch nur einen schlechten Tag, wer weiß. Schließlich kam am Ende dann ja doch noch etwas Stimmung bei mir auf und ein bisschen Rumgehopse schadete meinen Rücken auch nicht weiter.
Fazit: Was allerdings bleibt, ist Enttäuschung. Live-Auftritte müssen sich irgendwie doch abheben vom Album, was in diesem Falle leider nicht stattfand. Respekt vor der großen Professionalität aber ein bisschen mehr Seele muss man schon reinlegen, sonst hätt ich ja gleich die CD hören können.
Letztlich ist die Wertung für jeden der den Beitrag gelesen hat sowieso schon klar: drei Popcorntüten! Zu viel Negatives auf einem Haufen, das wurde allerdings mit einem guten Soundtrack unterlegt. Für mehr reicht es leider nicht, obwohl ich die Killers wirklich sehr gern höre. Der Abend gab aber einfach nicht mehr her. Vielleicht sind sie ja beim nächsten Mal besser – ich hoffe es jedenfalls.

12 Reaktionen auf “The Killers in Berlin”
-
provinzblog » Morgenmuffel
Pingback vom 28. Januar 2008 um 09:45 -
Et jeht so. » Kultur » Offener Brief an unsere Leser
Pingback vom 15. Februar 2009 um 18:31

12. März 2007 um 16:42
Ich hab mich schon geärgert die Jungs in München verpasst zu haben, aber vielleicht macht die Mucke im MP3-Player doch mehr Spaß.
12. März 2007 um 16:46
..die arena ist aber auch wirklich schrecklich.
12. März 2007 um 18:05
Man muss sowas ja immer von Fall zu Fall bzw. Konzert zu Konzert entscheiden, aber am Samstag in der Arena, waren sie halt nicht gut
12. März 2007 um 18:08
Ja, stimmt die Arena ist Mist. Green Day ging da ja noch, da wars auch ordentlich voll. Aber the Who war dann schon anders, ich glaube nicht halbvoll. Und Sound ist da wirklich immer schlimm.
Ich hab aber gehört das die Killers live ganz toll sein sollen… vielleicht waren sie wirklich nur schlecht drauf.
12. März 2007 um 21:17
Ich habe gehört, dass der Gitarrist wohl betrunken gewesen sein soll. Deswegen hat er doch auch einen Verstärker oder so umgerissen.
1. Mai 2007 um 13:32
also erstmal , kann ich nur sagen das das konzert erste sahne war. (für alle die jetzt nen schlechten eindruck habn bei dieser super kritik hier
) naja auf jeden fall is das hier alles geschmackssache was die halle und den sound der mukke angeht. ich denke zwar auch das es woanders noch besser gewesen wäre, aba wegen soner kleinigkeit muss man ja nich gleich rumheuln. auf jeden fall ham die einfach mal ne geile show hingelegt und brandon is echt mal der perfekte sänger! und das sie nen schlechten tag hatten würd ich nicht sagen (auf jeden fall war nix davon zu merken), weil brandon nie viel gespräche mit dem publikum raushängen lässt. das war schon voll normal so, und wer unbedingt mit denen quatschen will, sollte dann einfach mal zum stalker werden x’D . auf jeden fall rate ich jedem fan zum konzert zu gehn weil die echt schon was drauf haben
und ich bin mir 100& sicher das da noch mehr geile konzerte kommen. ich bin auf jeden fall wieder in der ersten reihe bei ;D viele grüße an alle fans und so
1. Mai 2007 um 13:44
Och naja, ich halte Location und Sound für ein Konzert nicht unbedingt für Kleinigkeiten, ist ja nicht so, dass das ein Dorfkonzert war, für das man nix zahlen musste.
Ich würde ja gerne ein besseres Fazit für das Konzert ziehen, aber ich hab halt schon deutlich bessere Konzerte erlebt, mit Bands die die Masse halt wirklich im Griff hatten. Es ist ja nicht so, dass ich die Killers nicht mag, aber an dem Abend haben sie mich einfach nicht überzeugt.
Ich rate im Grunde jedem sich sein eigenes Bild zu machen und würde selbst auch noch mal auf ein Killers-Konzert gehen, vielleicht hatten sie ja nur nen schlechten Tag. Das Berliner Konzert gehört aber definitiv nicht zu meiner Top-5 der besten Konzerte.
10. Juli 2007 um 13:50
Also über diese Kritik kann ich ja nur lachen, klar die Location war nicht die Beste, aber dafür konnten die Jungs ja nun am allerwenigsten. Das Konzert war super, die Leute auch (der Alterdurchschnitt lag um die 24 würde ich sagen, ich hab nur selten Jugendliche und Rentner gesehen) und nur weil einem Journalist an diesem Tag irgendwas quer saß, muss man nicht gleich solch eine (unberechtigte) Kritik schreiben.
10. Juli 2007 um 14:58
Mensch Eddi, wo wenn nicht in meinem Blog soll ich meine Kritik über das entäuschende Konzert schreiben? Wo kann ich denn sonst meine eigene völlig subjektive Meinung propagieren? Das ist doch hier kein Musikmagazin. Ich war halt schon auf besseren Konzerten, mit einer besseren Live-Show und weniger The-Dome-Feeling. Aber du fandest es halt schön, deswegen musst du doch nicht gleich Aufregen. Kann man doch auch freundlicher schreiben oder?
Seit wann 50-jährige Renter sind, müsstest du aber noch beantworten.
21. Juli 2008 um 00:57
Da kann ich provinzblogger nur zustimmen. Nur, weil man vielleicht Fan von einer Band ist, heisst, das noch lange nicht, dass keiner was gegen die Band sagen darf. Is’ ja wie bei Tokio Hotel hier.
Also, Eddi, das geht auch freundlicher.
)
Nur meine bescheidene Meinung. Ich geh’ übrigens demnächst zum Killers-Konzert in Köln. Bin da sehr erwartungsvoll, da ich schon viel über die Live-Qualitäten der Band gehört hab’ und viele Songs auch echt genial finde.
Macht’s gut und streitet Euch nicht so arg.
Peace to the world
BigA