Das Wetter ist mies, die Stimmung an der Deutschen Börse aber trotzdem prächtig. Wurde doch gestern beim DAX die psychologisch sehr ansprechende 6000-Punkte-Marke durchbrochen. Die Analysten frohlocken und sehen einen weiteren Anstieg des Aktienindex voraus.

Es klingt nach einer einzigen Erfolgsgeschichte, wenn im z.B. im Handelsblatt zu lesen ist:

Die Firmen haben erfolgreich ihre Kosten gesenkt, Randgeschäfte abgestoßen und Produktionsstätten in Billiglohnländer verlagert.

Für Aktieninhaber hört sich das schon recht gut an. Da steigen die Kurse beim Pharmariesen Schering schon mal ins unermessliche, wenn verkündet wird, dass Bayer den Konzern gerne übernehmen möchte. Für die Beschäftigten in den betroffenen Firmen lohnt sich so etwas immer etwas weniger. Gehen doch diese Maßnahmen fast immer mit Stellenabbau. Eine Frage stellt sich mir da: Zerstören sich die Unternehmen dabei eigentlich nicht ihren eigenen Markt?

Kann sein das ich mit meinen begrenzten wirtschaftlichen Fachwissen die Lage völlig verkenne, aber wenn in Deutschland keiner mehr Arbeit hat, woher soll die Kaufkraft kommen? Von den Arbeitnehmern aus den Billiglohnländern vielleicht? Die verdienen ja dann mehr als wir hier und kaufen sich dann die Produkte, die sie herstellen. Die Bevölkerung wird dann natürlich anspruchsvoller und emanzipiert sich, bildet vielleicht Gewerkschaften, dann steigen die Löhne. Die Billiglohnländer werden zu Hochlohnländern. Auf der Suche nach neuen günstigeren Standorten für ihre Fabriken kommen die Unternehmen dann vielleicht wieder zurück nach Deutschland. Der deutsche Arbeitslose ist zu der Zeit dann schon so Arm, dass sie jede Arbeit für jeden Lohn machen würden.

Ein ewiger Kreislauf, den Aktionär freut es, kann es ihm doch egal sein woher seine Dividende kommt. Das System Kapitalismus ist so gesehen doch irgendwie narrensicher oder?

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