02.
März
2006
Wann weiß man, dass man in der Provinz ist? Es ist verdammt schwer wieder wegzukommen.
So oder so ähnlich müsste der Satz zum Thema Bahnanbindung von Augsburg ans Fernverkehrnetz in diesen Tagen heißen. Die Bahn verkündete in der letzten Woche ihre Fahrpläne für das Jahr 2007. Die sehen in den Augen des Fahrgastverbandes ProBahn Schwaben ziemlich schlecht aus.
Es war nicht anders zu erwarten, wer auf der A9 häufiger Richtung Norden unterwegs ist, der wird die neue ICE-Trasse München-Ingolstadt-Nürnberg schon oft gesehen haben. Wer genau aufgepasst hat, wird mitbekommen haben, dass bei dieser Streckenbeschreibung die Stadt Augsburg nicht auftaucht. Im Klartext, die Hälfte der Direktverbindung zwischen Augsburg und Berlin bzw. Hamburg fällt weg.

Für mich als Augsburg-Berlin-Pendler ist das schon ärgerlich. Ganze drei Direktverbindungen soll es wochentags geben, am Wochenende noch weniger. Sonst gibt’s nur noch die Alternative in Nürnberg umzusteigen. Da ich aber schon immer froh bin meine dicke Tasche in einen ICE gewuchtet zu haben, ist das nicht wirklich angenehm. Außerdem sollte es bei den inzwischen selbst mit Bahncard gepfefferten Preisen doch möglich sein, für eine vernünftige Anbindung zu sorgen.
Die lukrativen Strecke Augsburg-München bleibt natürlich gut befahren, für ein immer noch staatlich subventioniertes Unternehmen arbeitet die Bahn sehr zielstrebig daran unlukrative Streckenabschnitte auszuklammern, anstatt für gute Anbindungen zu sorgen. Es spricht nicht viel für den Arbeitsplatzstandort Deutschland, wenn sogar die drittgrößte Stadt Bayerns mit schlechten Bahnanbindungen zu kämpfen hat. Augsburg rückt wieder einen Schritt näher an die Provinz, diesmal aber ohne eigene Schuld wohlgemerkt!

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