Wenn die Tage kürze werden und die Temperaturen in den Keller sacken, wird es bekanntlich immer unangenehmer, den gepflegten Fußballkick zu frönen. Da der aber zum sonntäglichen Ritual geworden ist und zusätzlich ein gewisser, bei Männern häufig anzutreffender, zwanghafter Spielzwang besteht haben wir uns eine kleine feine Sporthalle gesucht.

Wir verbringen die Nachmittage am Sonntag also von nun an in der Halle 4 der Reischlesche Wirtschaftsschule. Doofer Name, aber gut bespielbar. Und nicht nur das, es bringt auch all die verdrängten Erinnerungen an den Schulsport zurück.

All die quälenden Stunden, die ich mit Zirkeltraining, Hochsprung oder am Reck verbringen musste. Damals wollten wir doch lieber jede Stunde Hallenhockey spielen oder Fußball oder Volleyball. Aber nein, es musste Konditionstraining sein. Seilspringen! Bankhüpfen! Bockspringen! Stangenklettern! Purzelbäume! Wie ein nasser Sack am Reck hängen! Auf den schrecklichen Barren Kopfstand machen! Hab ich noch was vergessen? Bestimmt.
Es ist nicht so, dass ich nichts davon gekonnt habe. Eigentlich war ich immer gut in Sport, aber Hallensport war nicht mein Ding. Ich war mehr der Leichtathlet. Sprinten, Laufen, Springen!

Schlimm, was alles so hochkommt, wenn man sich in eine Schulsporthalle begibt. Und was ist meine erste Amtshandlung dort? Genau! Ich lauf gekonnt gegen eine Wand und brems’ mit einem Finger. Der ist jetzt etwas überdehnt, ist aber nur der rechte Ringfinger. Erstaunlicherweise ist ein umgeknickter Finger auch meine einzige Schulsportverletzung, an die ich mich erinnern kann.

Verdrängte Erinnerungen, mal sehen, was mir nächsten Sonntag wieder ins Gedächtnis kommt…

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