22.
Dezember
2005
Heute will ich mich mit einer Plage beschäftigen, die mich seit einiger Zeit heimsucht. Egal, was ich tue, egal wie sauber ich mein Zimmer halte, sie kehrt immer wieder zurück:

Lebten sie anfangs nur unter Schränken und Betten, sind sie in meinem bescheidenen Heim bereits darunter hervor gekommen und hausen überall. So weit ich das erkennen kann, ernähren sie sich von Staub und Haaren. Davon gibt’s bei mir genug, dem Laminat sei Dank. Wenn ich nun brutal die Mäuse mit dem Staubsauger entferne, habe ich für kurze Zeit Ruhe. Doch schon Stunden nach der Säuberungsaktion seh ich sie unter den Schränken herausschielen. Und einen knappen Tag später sind sie wieder überall. Wenn ich wüsste wie sie sich fortpflanzen, könnte ich das unterbinden. Aber will ich das?
Ich mag Tiere ja und wenn man lang genug wartet kann man die M�use auch schon streicheln. Innerhalb von drei Wochen wachsen die Mäuse nämlich zu Meerschweinchengröße heran. Sie sind auch äußerst genügsame Tiere, wie schon erwähnt: ein bisschen Staub, ein paar Haare und sie sind glücklich. Ganz selten wachsen die Wollmäuse auch zu Wollschweinen an. Die versperren einem dann schon Mal den Weg.
Anfangs hatte ich so viel Freude mit den Mäusen, dass ich spontan mit der Zucht begann. Ich hegte und pflegte sie, als wären es meine Kinder. Doch neulich kam es zum Eklat, ich schwang mich von meinem Hochbett und landete mit einem leichten Knirschgeräusch auf einer Wollmaus. Es fühlte sich zwar an wie Teppich, aber ich hatte Gerry getötet, meine Lieblingswollmaus. Seitdem hab ich keine Freude mehr an der Zucht und bekämpfe sie so gut es geht. Aber es ist ein Kampf gegen Windmühlen, sie sind stärker als ich.
Ach Gerry, warum bist du nur tot

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